Unerwarteter hoher FSV-Sieg nach kuriosem Spielverlauf 1

FSV 63 Luckenwalde – FC Rot-Weiß Erfurt 4:0 (1:0)

Unerwarteter hoher FSV-Sieg nach kuriosem Spielverlauf 2

Erneut hatte FSV-Coach Braune seinen Schützlingen in der vergangenen Woche eine gute Trainingsintensität bescheinigt. Und obwohl sich der FSV in der vergangenen Saison, in der die Kicker aus Thüringens Landeshauptstadt als Aufsteiger lange Zeit die Spitze der Tabelle zierten, zwei mal Remis von den Rot-Weißen getrennt hatte, rechnete man sich am Sonntagnachmittag vor 1002 Zuschauern (darunter knapp 400 aus Erfurt) gegen den klar favorisierten Kontrahenten nicht allzu viel aus.

Erfurt beginnt erwartet stark

Und diese Skepsis schien berechtigt, setzten doch die Gäste den heimischen FSV von Beginn an derart unter Druck, so dass Gästetore nur eine Frage der Zeit schienen. Aber da die Thüringer Offensivkräfte Artur Mergel (3., 20.), Ginola Elva (16.) und vor allem Michael Seaton (9., 23.) bei der Verwertung ihrer hochkarätigen Chancen eklatant sündigten und sich die Luckenwalder Defensive mit viel Einsatz gegen die Angriffe der lauf- und dribbelstarken Gäste stemmten, stets den Kopf oben behielten und so erfolgreich die Null hielten, begannen die Braune-Schützlinge nach etwa einer halben Stunde Spielzeit selbst, den einen oder anderen Nadelstich zu setzen.

Erste Chancen für den Platzherren

Ein Zuspiel auf den zentral völlig blank stehenden Jorden Winter in der 36. Minute eröffnete den Platzherren den ersten Hochkaräter. Winter durfte recht ungestört auf Rot-Weiß-Torhüter Jean-Marie Plath zulaufen, scheiterte jedoch am toll reagierenden Gäste-Schlussmann. Leider versagten auch dem nachsetzenden Luca Dahlke die Nerven, jagte er doch ebenfalls freistehend das Leder über das leere Gästetor.

Als dann aber Simon Gollnack in der 36.Minute von Lucas Vierling steil geschickt wurde, viele zwar mit einem Abseitspfiff des souveränen Schieris Rasmus Jessen rechneten, Gollnack aber Keeper Plath mittels Heber überwand und die Fahne des gut postierten Linienrichters unten blieb, war doch die zu diesem Zeitpunkt immer noch überraschende FSV-Führung gefallen -1:0. 

Rote Karte bringt Erfurt in Unterzahl

Bald nach Wiederanpfiff bot sich den Gastgebern überraschend die Möglichkeit, die Führung auszubauen. Phil Butendeich war im Erfurter Strafraum von David Adesida gelegt worden. Da FSV-Kapitän Christian Flath gelbgesperrt fehlte, schnappte sich Simon Gollnack selbstbsswußt das Leder, scheiterte aber am gut reagierenden Plath (52.).

Vermutlich wähnten sich die Erfurter nun wieder psychologisch im Vorteil. Ihre kurzzeitig etwas leiser gewordener Anhang war jedenfalls wieder stimmgewaltig da. Doch auch dieser vermeintliche Vorteil fand durch das harte Einsteigen Til Linus Schwarz`an der Außenlinie gegen Simon Gollnack ein jähes Ende, zeigte ihm Schieri Jessen doch folgerichtig glatt rot (58.). Die bekam allerdings auch FSV-Coach Michael Braune zu sehen, da er sich wohl zu aktiv bei der anschließenden Rudelbildung gezeigt hatte.

Erfurt trotzdem weiter druckvoll

Die Gäste blieben auch in Unterzahl zunächst am Drücker, zeigten sich in Tornähe aber weiter zu ungenau bzw. gab sich FSV-Keeper Kevin Tittel bei allem, was auf seinen Kasten kam, keine Blöße. Mit zunehmender Zeit wurde aber auch deutlich, dass die ca. halbstündige Anfangsoffensive und die spätere Aufholjagd der Erfurter in Unterzahl ihre Spuren hinterlassen hatten. Den nach wie vor defensiv geschickt operierenden Luckenwaldern boten sich mit zunehmender Spielzeit mehr Räume für gefährliche Offensivaktionen.

So traf der gemeinsam mit Leon Hellwig das Luckenwalder Angriffsspiel dirigierende und ankurbelnde Niklas Geisler nach einem der sich nun häufenden Konter in der 72. Minute den Außenpfosten und Lucas Albrecht köpfte nach der folgenden ersten FSV-Ecke freistehend auf das Gästetor. Gleich danach verfehlte Geisler nochmal knapp aus etwa 18 Metern.

Luckenwalde dreht auf

Als Phil Butendeich in der 76. Minute aber Till Plumpe mit tollem Zuspiel geschickt in Szene setzte und Plumpe mittels präzisem Schrägschuss in die lange Ecke das 2:0 besorgen durfte, bogen die Luckenwalder doch auf die Siegerstraße ein. 

Der gute Erfurter Schlussmann Plath konnte in den folgenden Minuten noch einige Abschlüsse von Jorden Winter parieren. Als dann aber der spielfreudige Plumpe zunächst für Luca Dahlke in der 89. Minute und in der 95. Minute für Jorden Winter uneigennützig auflegte, durften die beiden die Treffer zum 3:0 und schließlich zum 4:0-Endstand einschieben und so für die Krönung eines für die Luckenwalder Anhänger sicher lange in Erinnerung bleibenden Fußballnachmittag im Seelenbinder-Stadion sorgen. 

Kein Höhenflug

Trotz der imposanten Zwischenbilanz, sechster Rang mit 22 Punkten nach 15 Spieltagen, weiß man in Luckenwalde bei aller Euphorie nach dem Abpfiff diesen Sieg in Luckenwalde richtig einzuschätzen. Am Saisonziel Klassenerhalt hat sich auch jetzt nichts geändert!

AUFSTELLUNG

FSV 63Kevin Tittel – Lucas Albrecht, Lucas Vierling, Jonas Böhmert (ab 46. Edgar Kaizer)  – Timm Koch (ab 69. Clemens Koplin), Leon Hellwig, Niklas Geisler (ab 90. Lukas Möckel), Luca Dahlke – Phil Butendeich (ab 81. Daniel Hefele) – Simon Gollnack (ab 69. Till Plumpe), Jorden Winter 

FC Rot-Weiß ErfurtJean-Marie Plath – Lucas Zeller, Kwabenaboye Appiah Schulz, Ayooluwa David Adesida (ab  78. Kay Seidemann) – Kentu Malcolm Badu, Daniel Muteba (ab 83. Ismael Idriss Mansaray), Till Linus Schwarz – Maximilian Pronichev (ab ab  Romain ThierryMarie Gall), Artur Mergel (ab 82. Daniel Krasucki) – Caniggia Ginola Elva (ab 78. Romarjo Hajrulla), Michael Joseph Arantes Seaton

Schiedsrichter: Rasmus Jessen (Berlin)

Zuschauer: 1002

TORE:

  • 1:0 Simon Gollnack (38.)
  • 2:0 Till Plumpe (76.)  
  • 3:0 Luca Dahlke (89.)
  • 4:0 Jorden Winter (90.+5)
GELBE KARTEN:
  • FSV 63: Leon Hellwig (46.), Timm Koch (66.)       
  • FC Rot-Weiß Erfurt: Lucas Zeller (28.)
ROTE KARTEN:
  • FSV 63: Trainer Michael Braune (nach Rudelbildung zu dem v.g. Foulspiel, 58.)              
  • FC Rot-Weiß Erfurt: Til Linus Schwarz (Foulspiel in Höhe Mittellinie vor den Trainerbänken gegen Gollnack, 58.)
BESTE SPIELER:
  • FSV 63: Lucas Vierling, Lucas Albrecht, Niklas Geisler, Till Plumpe
  • FC Rot-Weiß Erfurt: Lucas Zeller,  Ayooluwa David Adesida, Michael Joseph Arantes Seaton

Bericht von Fred Krüger


Stimmen zum Spiel


Pressekonferenz


Zusammenfassung von OSTSPORT.TV

andere Artikel

1.MännerVorbericht
Erfurt zu Gast im Seele 52
Erfurt zu Gast im Seele
C- JugendNachwuchsVerein
Unser Vereinsheld Sascha Wittig 53