BSG Chemie Leipzig
FSV 63 Luckenwalde
0:2 (71.) Felix Pilger
0:3 (78.) Quentin Seidel
1:3 (82.) Tyron Profis
BSG Chemie Leipzig – FSV 63 Luckenwalde 1:3 (0:1)
Im ersten Drittel seiner zehnten Regionalliagsaison ist der FSV 63 nicht gerade auf Rosen gebettet und rangiert seit mehreren Wochen auf dem letzten Tabellenplatz. Und in solchen Situationen sind die Duelle gegen die unmittelbaren Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg besonders wichtig. Doch die Luckenwalder waren ja wie bekannt denkbar ungünstig in die Saison 26/27 gestartet und hatten die beiden Auseinandersetzungen gegen die Aufsteiger RSV Eintracht 1949 (0:3 am 2. Spieltag) und Tasmania Berlin (2:3 am 4. Spieltag) vergeigt.
Doch seit etwa dem achten Spieltag, bei dem der FSV 63 beim Drittligaabsteiger Erzgebirge Aue nur mit 2:1 verloren hatte, war ein leichter Aufwärtstrend bei den Müller-Schützlingen zu spüren. Diese leicht positive Entwicklung hielt auch danach weiter an, wenngleich sich die Luckenwalder Kicker trotz teils ansprechender Leistungen vorerst zahlenmäßig nicht belohnen konnten.
Erste Zweifel an der Regionalliga-Tauglichkeit ihres Teams kamen verständlicherweise im Luckenwalder Lager auf!
Aufwärtstrend sichtbar
Und obwohl auch bei den Leipzigern vor diesem Freitagabendspiel im traditionsreichen Alfred-Kunze-Sportpark nicht nur wegen des jüngsten Auswärtssieges bei Erzgebirge Aue ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen war und sie als klarer Favorit galten, wollten die Gäste natürlich trotzdem endlich mal etwas Zählbares in einem Punktspiel mitnehmen.
Zu Beginn des Spiels musste die FSV-Defensive aber erstmal Schwerstarbeit verrichten. Bei einer Serie von vier Ecken hatten die enthusiastischen Chemie-Anhänger gleich mehrfach den Torschrei auf den Lippen. Doch mit Glück und Geschick überstanden die Gäste diese brenzlige Auftaktphase.
Wie aus dem Nichts fiel dann in der 13. Minute die überraschende Luckenwalder Führung. Jasper Kühn bediente mittels weitem Abschlag den links gestarteten Niklas Kaus. Nach kurzem Dribbling legte der das Leder präzise dem einlaufenden Felix Pilger auf. Dessen sofortiger straffer Abschluß stellte Chemie-Keeper Marcel Bergmann vor einige Probleme. Jedenfalls konnte er das Leder nicht unter Kontrolle bringen, so dass Lucas Will keine Mühe hatte den zu kurz abgewehrten Ball über die Linie zu drücken – 0:1.
Dieser Führungstreffer bewirkte offensichtlich etwas in den Köpfen der FSV-Kicker. Schlagartig war die deutliche Leipziger Dominanz Geschichte und man kam selbst zu weiteren Chancen. So landete u.a. ein Kopfball Jonas Kühns nach Freistoß Fabio Schneiders in den Armen des gut postierten Marcel Bergmann (25.).
Nur vier Minuten später zeigte sich der Chemie-Schlußmann bei einer Eingabe Max Hathaways aber unsicher und musste das nasse Leder einmal mehr prallen lassen. Felix Pilger setzte nach, konnte den Ball aber nicht gegen den sich ebenfalls grätschenden Tim Hoops doch nicht über die Linie drücken.
Die letzte Viertelstunde vor der Pause gehörte dann nochmal den Chemikern. Tim Hoops bekam den Ball nach weitem Freistoß zentral auf den Schlappen, fand mit seinem zu zentralen Abschluß aber in FSV-Schlußmann Jasper Kühn seinen Meister (32.).
Einen Kopfball des Ex-Luckenwalders Philipp Kühn nach der fünften Chemie-Ecke landete knapp neben dem Pfosten, so dass der junge vom FSV Zwickau geliehene Keeper in der 39.Minute nicht mehr entscheidend eingreifen brauchte.
Chemiker eher harmlos
Nach der Pause erwarteten die Gäste natürlich einen Sturmlauf der Gastgeber auf „ihre Seite“. Doch davon war nichts zu sehen. Die Müller-Schützlinge behielten weiter den Kopf oben und versuchten sich weiter mit spielerischen Mitteln der Leipziger Angriffswucht entgegen zu stemmen.
Gästekonter waren keine Seltenheit mehr. So durfte Niklas Kaus in der 56. Minute auf links davon ziehen. Er verlor zwar vor dem Chemie-Strafraum den Ball. Doch durch den nachsetzenden Felix Pilger durfte Fabio Schneider, der die meisten Luckenwalder Situationen mit Geschick dirigierte, doch noch aus 25 Metern abziehen, verfehlte aber um gut einen Meter.
Nach Ballgewinn kurz hinter der Mittellinie ging in der 71. Minute erneut wieder mal die Post in Richtung Chemie-Tor ab. Der nach gut einer Stunde für Lucas Will eingewechselte Claas Leon Zamzow wurde zentral in Szene gesetzt, hielt das Leder eigentlich fast zu lange um letztlich doch noch quer auf den rechts blank mitgelaufenen Felix Pilger ablegen zu können. Der vom ZFC Meuselwitz nach Luckenwalde gewechselte Angreifer fackelte erneut nicht lange und ließ auch Keeper Marcel Bergmann mit straffem Schrägschuß aus etwa 15 Metern keine Abwehrchance – 0:2.
Verdienter Sieg
Aber noch wähnten sich die Gäste nicht auf der Siegerstraße, mussten z.B. in der 73. Minute bei einem Distanzschuss Darijan Silic´ knapp neben den Dreiangel, übrigens dem ersten nennenswerten Chemie-Abschluss in Halbzeit zwei, tief durchatmen.
Mit dem 0:3 durch einen Kopfball Quentin Seidel in der 78. Minute nach der durch Fabio Schneider ausgeführten zweiten FSV-Ecke keimte aber doch langsam die Hoffnung auf aus Leutzsch etwas Zählbares mitnehmen zu können.
Mit dem Treffer zum 1:3 durch einen platzierten Kopfball Tyron Profis nach Flanke Valon Alijis gerieten die Gäste aber schnell wieder unter Druck.
Spätestens nach einem Flachschuß des eingewechselten Bradley Lokilos haarscharf am langen Pfosten vorbei wurden die Gäste aber nochmal daran erinnert, das Spiel unbedingt konzentriert zu Ende zu bringen. Nach einem letzten Konter und Abspiel Phil Butendeichs auf Claas Zamzow hätte der Ex-Rostocker frei gegen den heraus eilenden Marcel Bergmann sogar wieder den alten Drei-Tore-Abstand herstellen können. Da der Chemie-Schlussmann aber abwehren konnte, blieb es letztlich bei dem keineswegs unverdienten 1:3-Auswärtssieg des FSV 63 bei der BSG Chemie Leipzig.
Keine Überschwänglichkeit – weiter in Ruhe arbeiten ist angesagt
Natürlich wachsen nach diesem zweiten Saisonsieg für den FSV 63 die Bäume nicht gleich wieder in den Himmel. Aber zumindest haben die Luckenwalder unterstrichen, dass sie in dieser Regionalliga Nordost, in der fast jeder jeden schlagen kann, doch wieder konkurrenzfähig sind.
Für den am kommenden Samstag in Luckenwalde gastierenden FC Carl-Zeiss Jena soll der FSV 63 ja als ein Lieblingsgegner gelten. Aber die Sieglosserie des FSV gegen den FC Carl-Zeiss muß ja nicht zwingend ewig Bestand haben.
Aufstellung

BSG Chemie Leipzig
Marcel Bergmann – Tim Hoops, Darijan Silic, Phillipp Wendt – Valon Aliji, Willi Theodor Reincke (ab 52. Luca Bürger), Julius Hoffmann (ab 60. Bradley Lokilo Eyenga), Elias Kratzer (ab 73. Tyron Profis), David Pfeil (ab 60. Lorenz Hollenbach) - Malick Hassan Sanogo, Philipp Kühn

FSV 63 Luckenwalde
Jasper Kühn – Max Hathaway (ab 44. Simo Collins), Quentin Seidel, Sofiene Rachid Jannene, Jonas Kühn, Len Neumann (ab 75. Luca Dahlke) – Niklas Kaus (ab 61. Phil Butendeich), Fabio Schneider, Till Jacobi - Lucas Will (ab 61. Claas Leon Zamzow), Felix Pilger (ab 75. Janosz Heidrich)
Tore
- 0:1 (13.) Lucas Will
- 0:2 (71.) Felix Pilger
- 0:3 (78.) Quentin Seidel
- 1:3 (82.) Tyron Profis
Gelbe Karten
- BSG: Wendt (24.), Pfeil (27.), Kratzer
- FSV: Pilger (30.), Schneider (35.), Butendeich (89.)
Beste Spieler
- BSG: Darijan Silic, Elias Kratzer, Hassan Sanogo
- FSV: Sofiene Jannene, Jasper Kühn, Fabio Schneider
Videos zum Spiel



































