Hallescher FC
FSV 63 Luckenwalde
1:1 Osman Atilgan (60.)
1:2 Felix Pilger (84.)
2:2 Lucas Ehrlich (86.)
Erneut hatte es der FSV 63 am Freitagabend im Leuna-Chemie-Stadion vor 4739 Zuschauern mit einem Schwergewicht der Regionalliga Nordost zu tun und natürlich gab es zur Favoritenrolle des Tabellendritten HFC gegen das gegenwärtige Schlußlicht aus Luckenwalde keine zwei Meinungen.
Und doch kann es trotz derart klarer Vorzeichen im Fußball auch mal anders kommen.
Zwei Chancen für Jacobi – ein Tor
Zwar hätten die Gastgeber gleich in der Auftaktminute mit der ersten verheißungsvollen Möglichkeit das Spiel in die erwarteten Bahnen lenken können. Fabrice Hartmann hatte Marius Hauptmann in Szene gesetzt. Doch dessen Flanke konnte der auffällige Osman Atilgan nicht so verwerten wie es dem lautstarken HFC-Anhang lieb gewesen wäre (1.).
In der Folge kamen die Gastgeber zwar zu einer Vielzahl von Standards. Ansonsten ließen sich die Gastgeber in der Offensive aber herzlich wenig einfallen. Die von Sofiene Jannene gut organisierte FSV-Deckung hatte mit dem guten Jasper Kühn im Rücken vorerst keine Probleme die Null zu halten.
Nach etwa einer Viertelstunde wagten es die Müller-Schützlinge auch in der Offensive für erste Akzente zu sorgen. Nach Zuspiel Fabio Schneiders flankte der links recht blank einlaufende Len Neumann gefühlvoll in die rechte Strafraumhälfte. Der fahrlässig allein gelassene Till Jacobi entschloß sich zum sofortigen Abschluß und traf das Leder so perfekt, daß HFC-Keeper Lucas Bendel gegen den platziert in die lange Ecke gezirkelten Schuß keine Abwehrchance blieb -0:1 (19.).






Wie oft in derartigen Situationen war endlich auch das nötige Selbstbewußtsein in den Aktionen der Luckenwalder zu erkennen. Bereits zwei Minuten später hätte erneut Till Jacobi in ähnlicher Situation, dieses Mal von Phil Butendeich in Szene gesetzt, sogar erhöhen können. Da das Leder aber an die Latte krachte, ging es mit der knappen Führung für den FSV weiter.
Pfiffe für den Gastgeber
Erstaunlich nach dieser Gästeführung war, dass sich der Tabellendritte offensiv vorerst recht wenig einfallen ließ. Lediglich Osman Atilgan zerrte bei Einzelaktionen mit seiner individuellen Klasse an den Ketten. Ihm war es auch vorbehalten nach Flanke Fabrice Hartmanns kurz vor der Pause für die bis dahin größte HFC-Chance zu sorgen. Sein Kopfball zwang Jasper Kühn erstmals zu eindrucksvoller Reaktion.
Die Einfallslosigkeit und den überraschenden Rückstand ihrer Mannschaft honorierte das enttäuschte HFC-Publikum mit Pfiffen beim Gang in die Halbzeit.
Individuelle Klasse zeigt sich kurz
Nach der Pause drängten die Platzherren natürlich bald mit Vehemenz auf den Ausgleich. Erneut mußte die FSV-Mannschaft eine Serie von zahlreichen Ecken überstehen. In der 54. Minute zirkelte Max Kulke den Ball nach Zuspiel des Ex-Greifswalder Soufian Benyaminas von der Strafraumgrenze haarscharf am rechten Pfosten vorbei.
Als dann aber Max Kulke Kapitän Niclas Stierlin auf halbrechts geschickt frei spielte und der mit sattem Abschluss Jasper Kühn erneut auf die Probe stellte, war dann nach einer Stunde Spielzeit doch der nicht unverdiente Ausgleich für die Hallenser fällig. Nachdem Kühn das Leder noch an den Pfosten lenken konnte, stand Osman Atilgan so günstig, dass er problemlos zum 1:1-Ausgleich vollenden konnte.
Zwei Chancen für Pilger – ein Tor
Nach diesem aus Luckenwalder Sicht doch recht frühen Ausgleich konnte man fürchten, dass die Gastgeber den Druck auf das FSV-Tor weiter entscheidend erhöhen würden.
Doch weit gefehlt, FSV-Keeper Jasper Kühn zeigte sich bei sporadischen Distanzschüssen sicher. Und auch offensiv versteckten sich die FSV-Kicker keinesfalls. In der 75. Minute hätten die Gäste erneut in Führung gehen können, ja eigentlich müssen. Fabio Schneider hatte Lucas Will glänzend steil geschickt. Der sich seit einigen Wochen immer agiler und präsenter zeigende Lucas Will durfte auf halbrechts davon ziehen und übersah auch nicht den zentral mitgelaufenen Felix Pilger. Der versuchte mit sofortigem Abschluss den sich vor ihm breit machenden Luca Bendel zu überwinden. Da der HFC-Keeper in diesem Duell seine gute Strafraumbeherrschung und Reaktionsschnelligkeit präsentierte, gewann er dieses Duell. (Noch) ging es beim Stand von 1:1 weiter.



Aber in der 84. Minute sollte der Luckenwalder Angreifer eine weitere verheißungsvolle Chance bekommen. Abermals war der sich so langsam wieder zu früherer Form zurück kämpfende Len Neumann der Adressat für eine gut getimte Flanke ins Sturmzentrum. Dort demonstrierte der Ex-Meuselwitzer seine Kopfballstärke, gewann das Kopfballduell gegen Felix Langhammer und überwand den dieses Mal nicht so souverän wirkenden Luca Bendel zur erneuten Gästeführung.



Unbedrängt zum Ausgleich
Sollte der FSV 63 wirklich als krasser Außenseiter beim HFC einen überraschenden Auswärtssieg über die Zeit bringen können?
Wenn es nach dieser bravourösen Vorstellung in Halle überhaupt etwas auf Luckenwalder Seite zu kritisieren gab, dann dass man nach dieser erneuten Führung zu schnell den abermaligen Ausgleich zulassen musste. Eine eigentlich unpräzise Flanke Max Kulkes durfte Osman Atilgan annehmen und nochmal gefühlvoll vor das FSV-Tor flanken, wo Lucas Ehrlich relativ unbedrängt per Kopf zum 2:2-Endstand vollenden konnte.
Dieser auf Grund des couragierten Auftritts mittlerweile hochverdiente Punktgewinn für die Luckenwalder geriet in der Schlussphase sogar nochmal in Gefahr. Da aber Jasper Kühn gegen einen Schrägschuß des völlig freien Julien Damelang aus etwa zwölf Metern einmal mehr bravourös abwehren konnte, durfte die Müller-Truppe einmal mehr auswärts punkten.
Fazit
Diese Leistung in Halle und der weiterhin überschaubare Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz lassen die Anhänger des FSV 63 weiter hoffen, dass ihr Team am Saisonende einmal mehr über dem Strich stehen kann.
Immerhin bleiben den Müller-Schützlingen noch 18 Spieltage um den Abstiegsplatz zu verlassen. Allerdings haben es die Luckenwalder in zwei Wochen zum Ende der Hinrunde mit dem gegenwärtigen Tabellenzweiten Chemnitzer FC und damit einem weiteren Schwergewicht der Regionalliga Nordost zu tun.
Aufstellung

Hallescher FC
Luca Bendel – Vin Kastull, Niklas Kastenhofer (ab 71. Romeo Trinko), Felix Langhammer – Fabrice Daniel Hartmann (ab 60. Julien André Damelang), Marius Hauptmann (ab 90. Robert Berger), Niclas Stierlin, Max Kulke, – Soufian Benyamina (ab 90. Emilio Stobbe), Stanley Ratifo (ab 71. Lucas Ehrlich), Osman Atilgan

FSV 63 Luckenwalde
Jasper Kühn – Till Jacobi, Quentin Seidel, Sofiene Rachid Jannene, Simo Collins – Phil Butendeich (ab 58. Felix Pilger), Jonas Kühn, Fabio Schneider (ab 79. Clemens Koplin), Len Neumann – Claas Leon Zamzow (ab 58. Tim Blaszczak), Likas Will (ab 90. Theodor Sakoufakis)
Tore
- 0:1 Till Jacobi (19.)
- 1:1 Osman Atilgan (60.)
- 1:2 Felix Pilger (84.)
- 2:2 Lucas Ehrlich (86.)
Gelbe Karten
- HFC: Ratifo (68.), Trinko (76.)
- FSV: Seidel (67.)
Beste Spieler
- HFC: Niclas Stierlin, Max Kulke, Osman Atilgan
- FSV: Jasper Kühn, Sofiene Rachid Jannene, Lucas Will
Videos zum Spiel







































