FC Oberlausitz Neugersdorf – FSV 63 Luckenwalde 2 : 4 (2:3)

In der Regionalliga hatten sich die beiden Kontrahenten des Spiels in Neugersdorf in drei Jahren sechs mal gegenüber gestanden. Und immer hieß der Sieger Oberlausitz Neugersdorf.

In den ersten Minuten des Spiels mußte man schon befürchten, daß diese Serie eine Fortsetzung finden würde. So hatten die ungehört engagiert beginnenden Neugersdorfer einige gute Möglichkeiten. Der auffällige Josef Marek verpaßte in der 6.Minute eine straffe Eingabe vom rechten Flügel nur äußerst knapp. Und als eine abgefälschte Eingabe Jaroslav Dittrichs nur denkbar knapp am langen Pfosten vorbei strich, hatten einige der ca. 150 Neugersdorfer Anhänger schon den Torschrei auf den Lippen, jedoch fehlte den wuchtigen Angriffen der Gastgeber die Präzision.

Luckenwalde wesentlich effektiver

Die Luckenwalder zeigten sich wesentlich effektiver. Nach einem Freistoß auf dem linken Flügel setzte sich Pascal Borowski urplötzlich auf dem linken Flügel durch und flankte auf den zweiten Pfosten, wo Frank Rohde ziemlich blank stand und aus Nahdistanz das Leder zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden 0:1 über die Linie drückte (17.). Der FSV 63 war ab sofort zurück im Spiel. Die Mannschaft mußte aber bei den gefährlichen Angriffen der Gastgeber weiterhin auf der Hut sein. Konstantin Filatow war in der 27.Minute im Anschluß an die dritte Neugersdorfer Ecke auf der Höhe und wehrte einen Kopfball Josef Mareks reaktionsschnell ab.

Als Pascal Borowski einen schulbuchmäßigen Konter in der 31. Minute einleitete und Daniel Becker vom linken Flügel präzise nach innen passte, wo Borowski schon wieder zur Stelle war und trocken zum 0:2 einschoss, sahen die FSV-Anhänger ihr Team schon auf der Siegerstraße.

Das war allerdings noch zu früh, denn die schnellen agilen tschechischen Offensivkicker der Oberlausitzer waren immer für ein Tor gut, allen voran Josef Marek, den man nie aus den Augen lassen durfte. Als die Zuordnung in der FSV-Abwehr in der 34. Minute nicht stimmte, war der kopfballstarke Tscheche zur Stelle und verkürzte per Kopf über Filatow hinweg zum Anschlußtreffer.

Pressekonferenz des 4. Spieltags der Oberliga Süd

Strafstoß mit Heimvorteil

Die Strafstoßentscheidung, die in der 41. Minute den Ausgleich einleitete, war wohl etwas dem Heimvorteil geschuldet und wurde aber von dem ebenfalls sehr auffälligen Jacub Moravec sicher zum Ausgleich verwandelt. Die Luckenwalder sollten bald die Möglichkeit auf eine erneute Führung erhalten. Der überraschend laufstarke Daniel Becker gab kurz vor dem Seitenwechsel einen zu weiten Steilpass nicht verloren.

Als Torhüter Jiri Havranek den gehaltenen Ball wieder verlor, ließ sich der gegenwärtige FSV Schütze diese Chance nicht entgehen und erzielte die erneute Führung von 2:3. Im Nachhinein sollte sich diese erneute FSV-Führung unmittelbar vor dem Pausenpfiff durchaus als kleine Vorentscheidung herausstellen.

Natürlich versuchten die Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel alles um erneut auszugleichen und kamen auch durchaus zu der einen oder anderen Möglichkeit. Die Wucht der ersten 45 Minuten konnten sie bei ihren Angriffen nicht mehr entfalten und Konstantin Filatow mußte vor allem bei Distanzschüssen, zumeist vom agilen Jakub Moravec, auf der Hut sein. Filatov ließ nichts mehr anbrennen und verteidigte, was zu verteidigen war.

Neugersdorf lief die Zeit davon

Letztlich lief den Gastgebern die Zeit davon. Als sich Keeper Havranek dann kurz vor Schluß erneut einen Lapsus erlaubte und die Luckenwalder urplötzlich mit drei Akteuren nachsetzten, war es dem lauffreudigen Clemens Koplin vorbehalten aus dem Rückraum den Endstand zu besorgen.

Damit ist der FSV am vierten Spieltag bereits wieder in der unmittelbaren Spitzengruppe angekommen und muß gegenwärtig nur dem um ein Tor besseren FC Eilenburg den Vortritt lassen. Es scheint, daß sich die FSV-Anhänger schon heute auf ein Spitzenspiel am Freitag, den 27.09. im Seelenbinder-Stadion gegen eben diese Eilenburger freuen können.

Voraussetzung ist allerdings, daß die Kistenmacher-Schützlinge ihre Aufgaben zuvor zu Hause gegen Carl-Zeiss Jena II und in Rudolstadt lösen. Gegen beide Kontrahenten tat sich der FSV im Vorjahr zumindest auswärts äußerst schwer.

2. Pokalrunde im AOK- Landespokal

Zuvor haben die Luckenwalder aber am kommenden Samstag das nicht zu unterschätzende Pokalspiel beim gegenwärtigen Oberligaschlußlicht VfB Krieschow zu bestreiten.              

FSV 63: Filatow – Hadel, Budde Francisco, Borowski – Gottschick (ab 81. Tobias Göth), Vierling, Flath, Hennig (ab 59. Koplin) – Becker, Rohde (ab 66. Silva Magalhaes)

SR: Tarik El-Hallag (Jena)

Zuschauer: 155

Tore: 0:1 (17.) Rohde, 0:2 (31.) Borowski, 1:2 (34.) Marek, 2:2 (41. Foulstrafstoss) Moravec, 2:3 (45.) Becker, 2:4 (88.) Koplin

Gelbe Karten: Lucas Vierling, Christian Flath

Beste Spieler: Francisco, Borowski, Becker

Fred Krüger

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