FSV 63 Luckenwalde – BFC Dynamo 1:1 (0:1)

Der BFC Dynamo gab seine Visitenkarte im Seelenbinder-Stadion ab und man fragte sich, ob die bis zum neunten Spieltag weit über den Erwartungen agierenden Luckenwalder auch dem souveränen Tabellenführer ernsthaft Paroli bieten könnten. Die 1100 Zuschauer im Stadionrund, unter ihnen knapp 400 BFC-Anhänger, wurden nicht enttäuscht und durften ein gutklassiges Regionalliga-Spiel miterleben.

Zahlreiche Chancen ungenutzt

Die Luckenwalder machten gleich Nägel mit Köpfen, denn nach gerade mal einer Minute lag der Ball bereits im BFC-Tor. Christian Flath hatte vom linken Flügel geflankt und Nils Gottschick dem Leder mit der Hacke noch eine leichte Richtungsänderung gegeben. Da der Schieri-Assistent Gottschick jedoch im Abseits sah, versagte   Schieri Lars Albert dem Treffer die Anerkennung. 

Und nach zehn Minuten hatten die FSV-Anhänger bereits ein zweites Mal den Torschrei auf den Lippen. Erneut hatte der anfangs recht auffällige Nils Gottschick auf den nicht minder auffälligen und im Angriffszentrum einlaufenden Tim Göth mustergültig gepasst, doch dem einsatzstarken Luckenwalder Dauerläufer rutschte das Leder leider über den Spann.   

Die FSV-Elf vergab ihre Chancen, die abgezockten Berliner hingegen gingen im Anschluss an ihre erste Ecke nach einer Viertelstunde doch etwas überraschend in Führung. Der über weite Strecken eher unauffällig agierende Ex-Magdeburger Christian Beck bediente per Kopf den links durchlaufenden BFC-Kapitän Andreas Dennis Pollasch, der den Ball wiederum artistisch aus spitzem Winkel zur überraschenden Gästeführung über die Linie bugsierte. Dem auf der Torlinie postierten Daniel Becker gelang es leider nicht mehr entscheidend zu klären. 

Schiedsrichterrolle

Doch die Braune-Schützlinge blieben davon offensichtlich unbeeindruckt und weiter tonangebend, übertrafen sich jedoch beim Auslassen guter Chancen, zögerten zu lange mit dem Abschluss oder scheiterten am guten Stajila im BFC-Tor. Außerdem entpuppte sich Schieri Lars Albert einmal mehr nicht gerade als Heimschiedsrichter und versagte dem FSV mindestens einen von zwei möglichen Strafstößen, was selbst BFC-Coach Christian Benbennek später wohltuend ehrlich einräumte. FSV-Coach Michael Braune merkte dazu später an: „Ich will mich eigentlich nicht zu Schiedsrichterleistungen äußern. Auch er wollte heute sicherlich entsprechend vorbereitet eine gute Leistung bringen. Das ist ihm leider nicht ganz gelungen.“

Borowski endlich wieder im Einsatz

Von den FSV-Anhängern erhofft, aber nicht zwingend erwartet, wurde die Dominanz der Braune-Truppe nach dem Seitenwechsel sogar noch größer. Und als die Gäste nach etwa einer Viertelstunde doch besser zu werden schienen, sorgte Michael Braune wie schon so oft mit seinen Einwechslungen nach gut einer Stunde nochmal für neuen Schwung. Zur Freude der Luckenwalder kam der lange verletzte Pascal Borowski erstmals in dieser Saison neben dem von Cottbus nach Luckenwalde gewechselten hoffnungsvollen Frederik Julius Schmahl ins Spiel. Letzter sorgte dann auch mit einem Geniestreich und natürlich auch etwas Glück für den mehr als verdienten Ausgleich. Nach tollem Antritt und Dribbling auf dem rechten Flügel landete dessen vermutlich leicht abgefälschter Schuss aus sehr spitzem Winkel zur Überraschung aller Spieler und Anhänger im BFC-Tor. Der Jubel über diesen Ausgleich fand im FSV-Lager keine Grenzen. Und die FSV-Kicker wollten mehr, fanden aber gegen die geschickt agierenden und verteidigenden Berliner nicht mehr den Weg zum entscheidenden Tor. 

Demütig und stolz aber nicht euphorisch

Dass die Berliner mit dem Punktgewinn zufriedener waren als die Luckenwalder, sagte letztlich viel über dieses Spitzenspiel der Regionalliga aus. 

Wer hätte schon zu Saisonbeginn gedacht, dass irgendwann mal eine nach zehn Spieltagen mit in der Nähe der Tabellenspitze liegende, fast immer überragend agierende FSV-Mannschaft einen bis dahin eigentlich souveränen Tabellenführer BFC Dynamo an den Rand einer Niederlage bringen könnte?

Euphorie kommt aus diesem Grunde beim FSV aber noch lange nicht auf, Stolz über die Leistungen im bisherigen Saisonverlauf vollkommen berechtigt aber allemal.       

FSV 63: Andre Thoms – Stefan Rankic, Marcel Hadel (ab 65. Pascal Borowski), Tobias Francisco – Nils Gottschick (ab 65. Julius Frederik Schmahl), Leon Hellwig, Lucas Vierling, Christian Flath, Tim Göth (ab 88. Peer Heinze) – Daniel Becker, Dennis Rothenstein

BFC Dynamo: Dmitri Stajila – Joey Breitfeld (ab 84. Jan-Pelle Hoppe), Chris Reher, Michael Blum, Max Peter Klump – Alexander Siebeck, Andreas Dennis Pollasch (ab 90. Felix Christian Meyer), Justin Möbius (ab 63. Marcel Stutter) – Andor Jozsef Bolyki, Christian Beck,

Julian Derryl Geurts (ab 63. Niklas Brandt)

SR: Lars Albert

Zuschauer: 1100

Tore: 0:1 (36.) Andres Dennis Pollasch, 1:1 (70.) Julius Frederik Schmahl  

Gelbe Karten (FSV): Becker – (BFC): Geurts, Siebeck, Breitfeld

Beste Spieler: Becker, Göth, Rankic – Pollasch, Siebeck, Bolyki

Fred Krüger


Pressekonferenz 11. Spieltag


Übergabe der DFB-Staffelleiterzertifikate in der Halbzeit

Die Halbzeit der Partie wurde genutzt, um das DFB-Staffelleiterzertifikat an die erfolgreichen Teilnehmer der 3 Module (Fach-, Medien- und Sozialkompetenz) zu übergeben. Madlen Schmidt (FK Havelland), Mario Donath (FK Niederlausitz), Kai Fischer (FK Uckermark), Matthias Hentschel (FK Oberhavel/Barnim), Axel Witthuhn (FK Havelland) und Thomas Widdura (FK Dahme/Fläming) waren vorort und erhielten das Zertifikat persönlich von Frank Leopold als Vorsitzender des Qualifizierungsausschusses des FLB und Martin Hagemeister Kühn als Referent und Verantwortlicher des DFB-Staffelleiterzertifikats im FLB.

Other Articles