VSG Altglienicke – FSV 63 Luckenwalde 2:1 (1:1)

Nach der deftigen Pokalpleite knapp eine Woche zuvor war man im FSV-Lager gespannt, wie FSV-Coach Michael Braune die schwache Vorstellung in der Lausitz bei seiner Mannschaft aus den Beinen und vor allem aus den Köpfen bekommen würde.

Aber jegliche Skepsis sollte sich sehr schnell als unbegründet herausstellen. In einem sehr guten Regionalligaspiel, wie Altglienickes Chefcoach Karsten Heine nach der Begegnung einschätzte, begannen die Luckenwalder wie die Feuerwehr. Es waren gerade mal 63 Sekunden vergangen, als Dennis Rothenstein nach einem Einwurf von links im Angriffszentrum nicht vom Ball zu trennen war und schließlich flach und platziert aus ca. 15 Metern vollendete – 0:1. Und die FSV-Elf schien sich damit nicht zufrieden zu geben. Scheinbar kannte die Braune-Truppe in den Anfangsminuten  nur den Weg nach vorn und ließ sich auch von einem Distanzschuss des auffälligen Christian Derflinger, den Andre Thoms reaktionsschnell parierte (7.) nicht beeindrucken. Und so hatten die Gäste folgerichtig bald den nächsten Riesen. Der nach längerer Verletzungspause scheinbar wieder auf dem Weg zu alter Form befindliche Pascal Borowski konnte sich in der 13. Minute einen Querpass in der VSG-Abwehr erlaufen und allein auf Torhüter Leon Bätge zulaufen. Beim Abschluss versuchte er den VSG-Keeper mit der Pike zu überwinden, scheiterte aber an dessen guter Reaktion. Den durchaus platzierten Nachschuss Julius Frederik Schmahls parierte der VSG-Schlussmann erneut in toller Manier.

Erneute Ausfälle

Zum wiederholten Male sollte sich das Auslassen dieser sehr guten Chancen rächen. Fast im Gegenzug kamen die Gastgeber zum zu diesem Zeitpunkt noch schmeichelhaften Ausgleich. Zunächst verschätzte sich Phil Butendeich gegen Christian Derflinger. Andre Thoms wollte durch Herauslaufen die Situation klären, musste den schnellen VSG Mittelfeldspieler aber passieren lassen. Dessen gefühlvolle Flanke drückte Christian Skoda per Kopf über die Linie (14.)

Danach entwickelte sich ein wirklich rassiges Punktspiel, da beide Teams auf Offensive setzten und auch zu weiteren guten Chancen kamen. Aber sowohl die Abwehrreihen als auch beide Keeper ließen bis zur Halbzeit keine weiteren Treffer zu.

So wie die Luckenwalder den Auftakt des Spiels dominiert hatten, so gaben nach dem Seitenwechsel, auch durch zwei Einwechslungen begünstigt, die Gastgeber den Ton an. Hinzu kam, dass der Luckenwalder Dreh- und Angelpunkt der ersten Halbzeit Leon Hellwig nach seiner ca. vierwöchigen Verletzungspause nach einem Foul an der Mittellinie wieder verletzt aus dem Spiel musste (47.). Auch der bis dahin recht auffällige Dennis Rothenstein musste nach knapp einer Stunde verletzt ausgewechselt werden. 

FSV-Keeper Andre Thoms geriet immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Bei zahlreichen hochkarätigen Altglienicker Chancen stand er immer wieder goldrichtig und raubte den Berlinern sprichwörtlich den Nerv oder den Gastgebern fehlte beim Abschluss die Präzision. Und als es den FSV-Kickern langsam wieder gelang für etwas Entlastung zu sorgen, mussten sie doch in der 79. Minute den Rückstand hinnehmen. Nach einem Freistoß von links schien Thoms den Kopfball des eingewechseltes Johannes Manske auch noch zu parieren. Doch von dessen Brust prallte das Leder an den Innenpfosten und dann doch ins Tor -2:1.

Jetzt rückte die bis dahin durchaus mögliche kleine Sensation doch in weitere Ferne. Und doch erarbeiteten sich die Braune-Schützlinge in der Nachspielzeit nochmal eine sehr gute Ausgleichschance. Daniel Becker bediente den rechts gestarteten Tim Göth einmal mehr mit präzisem Diagonalpass. Göths Eingabe nahm der einlaufende Till Plumpe aus vollem Lauf, verfehlte aber diese letzte sehr gute Chance.

Ausblick

Letztlich hatten die Luckenwalder spielerisch über weite Strecken durchaus überzeugt, mussten nach dem Spiel aber leider wieder über das Auslassen guter Chancen vor allem in der ersten Halbzeit hadern. Auf Grund des starken Übergewichts und dem deutlichen Chancenplus in der zweiten Halbzeit war der Sieg der favorisierten Altglienicker letztlich nicht ganz unverdient. Die zu befürchtenden Ausfälle Leon Hellwigs und wahrscheinlich auch Christian Flaths lassen die Aussichten des FSV 63 auf einen erfolgreichen Hinrundenabschluss am kommenden Samstag gegen den 1.FC Lok nicht sehr rosig erscheinen. Kampflos werden sich die Luckenwalder aber auch dem nächsten Favoriten, dieses Mal aus der Sachsenmetropole nicht ergeben.
 


Altglienicke: Leon Bätge – Florijon Belegu, Philipp Zeiger, Berk Inaler (ab 46. McMoordy King Hüther, Florian Sander –  Paul-Vincent Manske, Christian Skoda, Christian Derflinger, Tim Häußler (ab 65. Dennis Lemke), Rene Pütt (ab 46. Johannes Manske) – Tugay Uzan (ab 74. Felix Brügmann)
 
FSV 63 Luckenwalde: Andre Thoms – Stefan Rankic, Marcel Hadel, Tobias Francisco – Phil Butendeich (ab 85. Johannes Neumann), Pascal Borowski (ab 85. Ian Kroh), Leon Hellwig (ab 47. Luca Haase), Daniel Becker. Tim Göth – Julius Frederik Schmahl, Dennis Rothenstein (ab 59. Till Plumpe)
 
SR: Eric Weisbach
Zuschauer: 132
 
Tore: 0:1 (2.) Dennis Rothenstein, 1:1 (14.) Christian Skoda, 2:1 (79.) Johannes Manske
            
Gelbe Karten:    Hadel (32.) 
                        
Beste Spieler:    

Bätge, Derflinger, Paul-Vincent Manske (Altglienicke)
Thoms, Hellwig, Borowski (Luckenwalde)
 
 
Fred Krüger       

Other Articles

1.MännerSpielbericht