Eine gute Halbzeit genügt nicht

ZFC Meuselwitz – FSV 63 Luckenwalde 3:1 (0:1)

Fassungslos und nicht nur wegen des Regens wie begossene Pudel standen die wenigen mitgereisten FSV-Anhänger in den letzten knapp 20 Minuten am vergangenen Sonntagnachmittag in der Meuselwitzer bluechip Arena. Nicht nur ihnen fiel es schwer, die 90 Minuten der Begegnung zwischen dem ZFC Meuselwitz und ihrem FSV 63 Luckenwalde zu verarbeiten und das Erlebte in Worte zu fassen.

Wie erhofft hatten die Braune-Schützlinge die erste Halbzeit dieses sogenannte Sechs-Punkte-Spiel klar dominiert. Allerdings hatten die FSV-Kicker wieder mal in puncto Chancenverwertung einiges zu wünschen übriggelassen. Bis zum vermeintlich erlösenden Führungstreffer Lucas Vierlings nach präziser Becker-Flanke vom linken Flügel hatte der lauf- und einsatzstarke Dennis Rothenstein allein dreimal die FSV-Führung auf dem Fuß oder Kopf. Aber nach teilweise sehenswertem Kombinationsspiel in der Luckenwalder Offensive scheiterte er am guten Meuselwitzer Schlussmann Jean-Marie Plath (7. und 23.) oder verfehlte überhastet das ZFC-Gehäuse (34.). 

Auf der anderen Seite musste Nikolas Tix nach einem ZFC-Freistoß von rechts blitzschnell abtauchen um einen platzierten Kopfball Johan Martynets noch um den Pfosten zu kratzen (33.). Nach einem weiteren Standard vom linken Flügel, der schon abgewehrt schien, hatten die Gäste hingegen Glück, dass ZFC-Kapitän René Eckardt seinen Nachschuss von der Strafraumgrenze knapp über das FSV-Tor setzte (37.).

Entscheidende Wendung

Auch nach dem Seitenwechsel deutete zunächst nichts darauf hin, dass sich am bisherigen Spielverlauf wesentliches ändern würde. Die erhofften Räume nach dem Führungstreffer gab es allerdings auch nicht. Als Phil Butendeich dicht an der Strafraumgrenze gefoult wurde (55.) und die Meuselwitzer den anschließenden Freistoß problemlos abwehren konnten, schaltete ZFC-Torhüter Plath sehr schnell und schickte mit präzisem weiten Abschlag Routinier Andy Trübenbach steil. Der zur Absicherung nach hinten beorderte Luca Dahlke unterschätzte den weiten Ball, so dass Trübenbach aus halbrechts recht ungehindert auf FSV-Keeper Nikolas Tix zulaufen und trotz des heraneilenden Tim Göth das Leder an den Innenpfosten setzen konnte. Torhüter Tix hatte das Leder laut der mdr-Fernsehbilder gerade noch vor dem Überqueren der Torlinie aufgehalten. Schieri  Kohnert und sein Assistent entschieden aber auf Tor, so dass die Begegnung 1:1 stand und die Gastgeber wieder im Spiel waren (56.). 

So wie dieser Ausgleich scheinbar bei den Meuselwitzern neue Kräfte freisetzte, schien er die FSV-Kicker zu lähmen. Zwar mühten sich die Gäste weiter um die erneute Führung, ihre Angriffe wirkten aber längst nicht mehr so zwingend wie noch in der ersten Halbzeit. Leon Hellwig verfehlte aus zwölf Metern deutlich (62.) und stellte Keeper Plath mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze vor keine Probleme (65.).

Zwei Meuselwitzer, die von Trainer Heiko Weber erst in Halbzeit ins Spiel gebracht wurden, leiteten dann endgültig die Wende in diesem Spiel ein und brachten die Luckenwalder auf die Verliererstraße. Florian Hansch spielte quer auf den von Daniel Becker nur halbherzig gestörten Luis Fischer. Der aus dem Jenaer Nachwuchs nach Meuselwitz gewechselte Fischer schlenzte das Leder unhaltbar für Tix ins lange Eck -2:1 (76.).

Nur kurz auf dem Platz

Zu allem Überfluss kassierten mit Till Plumpe und Tobias Francisco zwei gerade erst ins Spiel gekommene FSV-Akteure, nachdem sie kurz nach ihrer Einwechslung jeweils etwas überzogen gelb von Schieri Kohnert gesehen hatten, nach weiteren Foulspielen die Ampelkarte. 

Bei strömendem Regen glaubte nun wohl niemand mehr an eine nochmalige Wende im Spiel. Der dritte Meuselwitzer Treffer war dann zwar nur noch ergebnis- und nicht mehr spielentscheidend, aber durchaus doch bezeichnend für den aus Luckenwalder Sicht katastrophalen Spielverlauf an diesem Tage. Einen Distanzschuss Amer Kadrić hatte Nikolas Tix gerade noch in toller Manier abwehren können. Auch den Nachschuss des nachsetzenden Andy Trübenbach parierte er. Doch Trübenbach konnte das Leder kurz vor Überqueren der Torauslinie aufhalten und zum 3:1-Endstand über die verwaiste Torlinie drücken (86.).

Schwere Gegner warten

Trainer und Mannschaft haben nun die nicht gerade beneidenswerte Aufgabe, dieses eklatante Negativerlebnis mit der unnötigen Niederlage in Meuselwitz zu verarbeiten und aus den Kleidern zu bekommen. Das wird auch in Anbetracht der kommenden Gegner, am nächsten Sonntag gegen Tabellenführer BAK, danach auswärts beim Chemnitzer FC, gegen den FC Carl-Zeiss und dann beim 1.FC Lok, nicht einfach werden. 

Aber Mannschaft und Trainer haben in der vergangenen Saison für viele nicht für möglich gehaltene Erfolge und Glücksmomente bei ihren Zuschauern gesorgt. Jetzt ist es für den Luckenwalder Anhang an der Zeit ihre Mannschaft in dieser Ergebniskrise um so mehr zu unterstützen.                    

ZFC Meuselwitz: Jean-Marie Plath – Fabian Raithel, Felix Müller, Nils Miatke – Thilo Gildenberg (ab 40. Amer Kadrić)– René Eckardt, Dominik Bock (ab 46. Florian Hansch), Luca Bürger (ab 46. Johannes Pistol) – Nils Schätzle (ab 70. Luis Fischer), Johan Martynets (ab 70. Kilian Pascal Zaruba), Andy Trübenbach  

FSV 63 Luckenwalde: Nikolas Tix – Stefan Rankic, Sofiene Jannene (ab 83. Pascal Borowski), Ian Kroh  – Tim Göth, Leon Hellwig, Lucas Vierling (ab 83. Benjamin Nwatu), Daniel Becker, Luca Dahlke (ab 73. Tobias Francisco) – Phil Butendeich, Dennis Rothenstein (ab 60. Till Plumpe) 

SR: Patrick Kluge (Ballenstedt)

Zuschauer: 381

Tore: 0:1 (45.) Lucas Vierling, 1:1 (56.) Andy Trübenbach, 2:1 (76.) Luis Fischer, 3:1 (86.) Andy 

          Trübenbach                      

Gelb: Nils Schätzle (20.), Fabian Raithel (52.), Felix Müller (55.)      Meuselwitz

          Leon Hellwig (41.), Till Plumpe (65), Tobias Francisco (74.),   FSV 63

Gelb-Rot: Till Plumpe (78. Foulspiel), Tobias Francisco (85. Foulspiel) 

Beste ZFC-Spieler: Jean-Marie Plath, Andy Trübenbach  

Beste FSV-Spieler: Sofiene Jannene, Lucas Vierling 

Fred Krüger       


Pressekonferenz


Zusammenfassung des FSV 63 Luckenwalde Fan-Projekt


Zusammenfassung mdr