FSV 63 Luckenwalde
SV Tasmania Berlin
1:1 (29.) Erich Berko
1:2 (32. Handstrafstoß) Tahsin Cakmak
2:2 (47.) Felix Pilger
2:3 (86.) Rintaro Yajima
Rückblende und Ausblick zum 4. Spieltag
Nach dem überraschenden und glücklichen Auswärtssieg der Luckenwalder bei der Reserve des 1. FC Magdeburg unter der Woche sahen einige FSV-Anhänger ihren Verein schon wieder auf einem guten Weg und die Bäume für ihren Verein fast in den Himmel wachsen! Dass man sich dabei zu viel von der Euphorie leiten ließ und die trotz klarer Auftaktniederlagen durchaus starke Offensive des Aufsteigers aus Berlin–Neukölln ignorierte, mußten die zu euphorischen FSV-Anhänger am Samstagnachmittag leidvoll erfahren.
Guter Auftakt
Dabei begann das Spiel ganz nach dem Geschmack der gut 600 Zuschauer im Selenbinder-Stadion. Der bis dahin einzige FSV-Torschütze Felix Pilger setzte Sturmpartner Claas Leon Zamzow (von Hansa II) auf dem linken Flügel steil in Szene. Nachdem der das Laufduell gegen Steffen Eder gewonnen und seinen Kontrahenten auch noch im Dribbling stehen gelassen hatte, kam er am 5-Meter-Raum zum Abschluß. Im letzten Moment konnte der Tasmania-Verteidiger diese Riesenchance gerade noch vereiteln (2.). Gleich nach der anschließenden Ecke durfte Jonas Kühn den zunächst abgewehrten Ball aus elf Metern erneut aufs Tor bringen. Deji Ousman Beyreuther stand aber goldrichtig und konnte ebenfalls eine sehr frühe Luckenwalder Führung verhindern. Alles in allem ein Super-Auftakt für die Platzherren, der (noch) auf ein Luckenwalder Spektakel hoffen ließ. Und nach gut einer Viertelstunde belohnte der Dreh- und Angelpunkt des FSV-Spiels Fabio Schneider sein Team für die gute Auftaktphase. Nach einem Mätzke-Freistoß und Ablage Claas Zamzows jagte er das Leder aus gut 25 Metern flach und platziert in die Maschen -1:0 (17.)



Schneller Ausgleich und Führung für die Gäste
Nur zehn Minuten später verletzte sich der FSV-Torschütze ohne gegnerische Einwirkung. Die notwendige Auswechslung wurde signalisiert. Doch bis die über die Bühne gegangen war, nutzten die Tasmanen ihre numerische Überzahl und durften sich im Luckenwalder Strafraum das Leder nahezu unbedrängt zuspielen. Nachdem Shean Mensah schließlich den halblinks lauernden erfahrenen Erich Berko angespielt hatte und der flach und überlegt einschob, war der sich zu diesem Zeitpunkt bereits andeutende Ausgleich für die Gäste perfekt – 1:1 (29.).
Nur drei Minuten später gerieten die Weiser-Schützlinge sogar ins Hintertreffen. Nach Rücksprache mit seinem Assistenten korrigierte Schieri Jens Klemm seine ursprüngliche Freistoß-Entscheidung für die Luckenwalder und entschied auf Strafstoß für die Tasmanen. Quentin Seidel hatte nach dem Zweikampf gegen den erfahrenen Erich Berko unglücklich an die Hand bekommen – für die Gastgeber eine recht unglückliche Entscheidung. Schieri Klemm verwechselte die „Übeltäter“ und zeigte versehentlich Jonas Kühn die gelbe Karte.
Der zweite Routinier im Angriff der Tasmanen Tahsin Cakmak ließ dem dieses Mal das FSV-Tor hütende Jasper Kühn (Leihe vom FSV Zwickau) keine Chance und besorgte so die vielleicht noch überraschende und glückliche, aber mittlerweile keinesfalls unverdiente Gästeführung -1:2 (32.).
Lag es nun am verletzungsbedingten Ausscheiden ihres Spielgestalters im Mittelfeld oder am Doppelschlag für die Berliner, der den FSV plötzlich ins Hintertreffen brachte? Auf jeden Fall präsentierten sich die Luckenwalder in der verbleibenden knappen Viertelstunde bis zum Kabinengang ziemlich desolat. In der Halbzeitpause gab es nur ungläubiges Kopfschütteln im Luckenwalder Anhang.
Schneller Ausgleich
Und doch fanden die Weiser-Schützlinge gleich nach Wiederanpfiff auch ergebnistechnisch zurück ins Spiel. Der auffällige Julian Mätzke hatte präzise ins Sturmzentrum geflankt, wo der kopfballstarke Felix Pilger einmal mehr goldrichtig stand, von seinem Gegenspieler Kerem Yayla nicht gestört werden konnte und schließlich wuchtig per Kopf zum umjubelten Ausgleich vollendete -2:2 (47.).



Wer glaubte, dass die Luckenwalder nach diesem gelungenen Start in die zweiten 45 Minuten ihren Gegner nun unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen würde, sah sich schnell getäuscht. Es entwickelte sich ein verteiltes niveauarmes Spiel, in dem die Gäste vielleicht sogar optische Feldvorteile, die Luckenwalder aber die besseren Chancen hatten. Die beste ergab sich einmal mehr für den gegenwärtigen Torschützen vom Dienst in den Reihen der Gelb-Blauen. Erneut hatte Julian Mätzke vom rechten Flügel präzise ins Sturmzentrum geflankt, wo Pilger dieses Mal sogar unbedrängt zum Kopfball hochsteigen konnte. Doch dieses Mal kaufte ihm Tasmanen-Keeper Elias Oliver Höftmann mit toller Parade den Schneid ab (77.).
Das Luckenwalder Mittelfeld war nach dem Ausfall Fabio Schneiders offensichtlich nicht mehr in der Lage, Ordnung und System in das FSV-Spiel zu bringen. Kapitän Andreas Pollasch stand sprichwörtlich neben den Schuhen und präsentierte sich überfordert. Der vom FSV Zwickau nach einer Saison zurück gekehrte Till Jacobi agierte zwar fleißig, vermochte aber natürlich auch nicht dem Luckenwalder Spiel den Stempel aufzudrücken.
Glücklicher Siegtreffer für TAS
Der Aufsteiger setzte immer wieder Nadelstiche und kam kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit zum überraschenden und glücklichen, aber keinesfalls unverdienten dritten Treffer.

Die Luckenwalder Schlußoffensive führte letztlich nicht mehr zum gewünschten Erfolg. Die beste Ausgleichschance hatte Lucas Will schon weit in der Nachspielzeit mit einem Kopfball, den aber Tasmania-Torhüter Höftmann artistisch über die Latte lenkte.
Blick nach vorn
Damit steht die FSV-Mannschaft in der noch jungen Saison doch wieder mit dem Rücken zur Wand. Zum nächsten Spiel am kommenden Freitag beim FSV Zwickau fahren die Weiser-Schützlinge kaum ohne übergroße Ambitionen. Doch in ähnlicher Situation befand man sich auch schon vor der Begegnung in Magdeburg. Und auch in Zwickau müssen die gut 90 Minuten erstmal gespielt werden!
Aufstellung

FSV 63 Luckenwalde
Jasper Kühn – Clemens Koplin (ab 46. Max Hathaway), Quentin Seidel, Jonas Kühn, Luca Dahlke – Julian Mätzke (ab 77. Sofiene Jannene), Fabio Schneider (ab 29. Till Jacobi), Andreas Pollasch, Niklas Kaus (ab 46. Lucas Will) – Felix Pilger, Claas Leon Zamzow (ab 92. Janosz Heidrich)

SV Tasmania Berlin
Elias Oliver Höftmann – Kerem Yayla, Fatih Baca, Steffen Eder, Deji Ousman Beyreuther – Konstantinos Grigoriadis (ab 67. Yona Sambale), Danil Wostrikow, Rintaro Yajima, Shean Mensah (ab 61. Youssef Labbouz) – Tahsin Cakmak (ab 67. Abdulkadir Beyazit), Erich Berko (ab 79. David Danko)
Tore
- 1:0 (17.) Fabio Schneider
- 1:1 (29.) Erich Berko
- 1:2 (32. Handstrafstoß) Tahsin Cakmak
- 2:2 (47.) Felix Pilger
- 2:3 (86.) Rintaro Yajima
Gelbe Karten
- FSV 63
- Kühn (31.)
- Tasmania
- Grigoriadis (65.)
- Wostrikow (90.+1)
- Dankow (90.+4)
Beste Spieler
- FSV 63
- Claas Leon Zamzow
- Julian Mätzke
- Tasmania
- Fatih Baca
- Erich Berko
- Rintaro Yajima
Videos zum Spiel

















































