FSV 63 Luckenwalde
1. FC Lokomotive Leipzig
1:1 (24.) Dorian Cevis
1:2 (82.) Ricky Bornschein
1:3 (85.) Ayodele Max Adetula
Stimmungsvoller Saisonauftakt gegen den Vorjahresmeister
Nach der zehnwöchigen Sommerpause waren trotz der kürzlich zu Ende gegangenen Fußball-WM Freude und Erwartungshaltung bei der Luckenwalder Anhängerschar groß. Immerhin hatten es die Schützlinge des neuen FSV-Trainers Patrick Weiser gleich zum Auftakt mit dem Vorjahresmeister 1.FC Lok Leipzig, mit Torsten Ziegner ebenfalls mit neuem Coach an der Seitenlinie, zu tun. Da die Gäste aus der Sachsenmetropole am Freitagabend auch noch wie erwartet jede Menge Anhänger im Schlepptau hatten, waren die Vorzeichen für einen stimmungsvollen Saisonauftakt im Seelenbinder-Stadion durchaus gegeben.
Traumstart durch Felix Pilger
Und der FSV hatte einen Traumstart. Nach Einwurf an de rechten Außenbahn flankte FSV-Routinier Clemens Koplin auf den zweiten Pfosten. Nachdem sowohl Lucas Will als auch Gegenspieler Lukas Wilton im Angriffszentrum das Leder passieren ließen, startete Felix Pilger, Neuzugang vom ZFC Meuselwitz, am zweiten Pfosten und wuchtete das Leder aus Nahdistanz zur sehr frühen Führung per Kopf in die Maschen (3.). Der Luckenwalder Jubel über diese überraschende Führung kannte kaum Grenzen.

Umstrittene Szene nach Torwart-Handspiel
Und die Gastgeber hätten kurz danach sogar noch einen drauf setzen können. Bereits in der 7.Minute schickte Fabio Schneider den an der Mittellinie gestarteten Felix Pilger steil. Der weit vor seinem Tor stehende Lok-Keeper Andreas Naumann hätte den Ball problemlos klären können. Doch ihm unterlief ein fataler „Stockfehler“, so daß der durchlaufende FSV-Stürmer eigentlich nur noch das leere Tor vor sich hatte. Doch Naumann kam schließlich doch noch an den Ball, außerhalb seines Strafraums allerdings nur mit der Hand. Ein vermeintlicher Vorteil war nicht mehr gegeben, was für Naumann auf Grund seiner regelwidrigen Aktion zwingend ROT bedeutet hätte. Doch Schieri Kaltwaßer aus Berlin war neben seinen Assistenten offensichtlich einer von wenigen im Stadion, die dieses Handspiel nicht erkannt hatten. Eine regelkonforme Reduzierung des Lok-Kaders hätte dem Verlauf in den verbleibenden gut 80 Minuten vermutlich einen deutlich anderen Verlauf gegeben.
Leipzig übernimmt die Kontrolle
Nach den verschlafenen Auftaktminuten wurden die Gäste aber doch bald ihrer Favoritenrolle gerecht und ließen Ball und Gegner laufen.
Die erste nennenswerte Ausgleichschance hatte Lok-Kapitän Djamal Ziane nach Flanke des auffälligen und früheren Luckenwalders Arne Rühlemann. Doch sein Kopfball strich haarscharf am rechten Pfosten vorbei (10.).
Wenig später folgte die nächste Möglichkeit für die Gäste. Nach Flanke Tobias Dombrowas spielten Ziane und Ayodele Adetula den halblinks blank stehenden Eren Öztürk mustergültig frei. Dessen straffer Abschluß landete aus acht Metern aber nur an der Latte (16.).
Cevis trifft zum verdienten Ausgleich
In der 24.Minute belohnten sich die Gäste dann doch für ihre deutlich Leistungssteigerung nach den schläfrigen Auftaktminuten. Erneut über die Stationen Adetula und Dombrowa kam das Leder auf halbrechts zu Dorian Cevis. Dem ehemaligen U20-Nationalspieler Kroatiens, der auch in der vergangenen Saison am 1.März im Seele aus der Distanz getroffen hatte, blieb so viel Platz um aus 26 Metern einfach mal genau Maß zu nehmen und mit sattem Abschluß ins rechte Toreck zum verdienten Ausgleich zu vollenden -1:1.
Bis zum Pausenpfiff änderte sich trotz optischer Vorteile für die Gäste nichts an diesem Spielstand .
Luckenwalde startet erneut konzentriert
Zum Beginn der zweiten Halbzeit schienen die Gastgeber erneut konzentrierter zu starten. Bereits in der 47. Minute zog Julian Mätzke, Neuzugang von Eintracht Mahlsdorf, nach Zuspiel Fabio Schneiders aus spitzem Winkel einfach mal ab. Das Leder landete allerdings am Außennetz.
Danach waren die Leipziger schnell wieder im Spiel und dominierten deutlich.
Zwei Leipziger Treffer zählen nicht
Sie kamen in der 70. und 74.Minute auch zu zwei vermeintlichen Torerfolgen, jeweils durch den auffälligen Ayodele Max Adetula. Doch beide Treffer fanden wegen Abseits keine Anerkennung. Zunächst stand er nach Flanke Rühlemanns selbst im Abseits, beim zweiten Mal blockte ihn der eingewechselte Ricky Bornschein aus Abseitsposition frei.
Zwischenzeitlich prüfte Fabio Schneider bei einem der wenigen Entlastungsangriffe für sein Team mit sattem Schuß von der Strafraumgrenze doch nochmal Andreas Naumann, der den Flatterball aber abwehren konnte.
Nicht erst nach den beiden Abseitsentscheidungen konnte man erahnen, dass die Luckenwalder dem Leipziger Dauerdruck nur schwer standhalten können.
Individuelle Fehler bringen Lok auf die Siegerstraße
Auf Grund individueller Fehler in den Reihen der Gastgeber kamen die Gäste in den letzten zehn Minuten dann wirklich auf die Siegerstraße.
Zunächst unterlief FSV-Keeper Kevin Tittel, dem sich nur wenige Möglichkeiten boten um sich auszuzeichnen, bei einer weiten Flanke von der rechten Außenbahn das Leder. Ricky Bornschein löste sich von Clemens Koplin, stand schließlich goldrichtig und lenkte das Leder zur erstmaligen Leipziger Führung in die Maschen -1:2 (82.).
Und nur drei Minuten später leitete der auffällige Tobias Dombrowa einmal mehr einen Angriff seiner Loksche ein. Dieses Mal bediente er den rechts gestarteten Patrick Vuc, der sich zunächst gegen den selbst zu Fall kommenden Jonas Kühn durchsetzte um anschließend präzise auf den zentral mitgelaufenen Ayodele Max Adetula abzulegen. Der auffällige Lok-Stürmer hatte keine Mühe das Leder in die Maschen zu jagen und sich so schließlich doch noch mit einem Treffer für seine gute Leistung am Freitagabend zu belohen (85.).
Gute Leistung trotz verdienter Niederlage
Trotz des letztlich klaren und verdienten Auswärtssieges des 1.FC Lok haben die FSV-Kicker am Freitagabend im Seele keinesfalls enttäuscht. Bis kurz vor dem Abpfiff hätten sie sich gegen den Meister der Vorsaison fast mit einem Punktgewinn belohnt. Und wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn Schieri Kaltwaßer in der 7.Minute auf der Höhe gewesen wäre und entsprechend entschieden hätte!
Das schätzte auch Lok-Trainer Torsten Ziegner fair nach dem Spiel so ein. Patrick Weiser hingegen ehrte es, dass er sich zumindest äußerlich mit der offensichtlichen Fehlentscheidung abfand und die gute Leistung und den verdienten Sieg der Gäste nach dieser Szene würdigte.
Hoffnung für die kommenden Aufgaben
Es bleibt aus Luckenwalder Sicht zu hoffen, dass die Weiser-Schützlinge in den kommenden Wochen bei der RSV Eintracht (in der Berliner Malteser Straße), beim 1.FC Magdeburg II und gegen Tasmania Berlin an die gute Leistung aus der Auseinandersetzung gegen Lok anknüpfen können.
Aufstellung

FSV 63 Luckenwalde
Kevin Tittel – Clemens Kopkin, Sofiene Rachid Jannene, Jonas Kühn, Len Neumann – Julian Mätzke, Fabio Schneider (ab 80. Max Hathaway), Andreas Pollasch, Phil Butendeich (ab 69. Luca Dahlke) – Felix Pilger (ab 80. Janosz Heidrich), Lucas Will (ab 62. Claas Leon Zamzow)

1. FC Lokomotive Leipzig
Andreas Naumann – Tobias Dombrowa, Filip Kusic, Lukas Wilton, Arne Rühlemann – Farid Abderrahmane – Dorian Cevis, Simon Schierack (ab 63. Gabriel Eric Sadlek), Eren Öztürk (ab 63. Artur Mergel) – Djamal Ziane (ab 58. Ricky Bornschein), Ayodele Max Adetula
Tore
- 1:0 (3.) Felix Pilger
- 1:1 (24.) Dorian Cevis
- 1:2 (82.) Ricky Bornschein
- 1:3 (85.) Ayodele Max Adetula
Gelbe Karten
- Butendeich (67.), Jannene (85.) FSV 63
- Cevis (32.), Adetula (35.), Öztürk (63.), Abderrahmane (65.) 1.FC Lok
Beste Spieler
- Sofiene Jannene, Jonas Kühn, Len Neumann FSV 63
- Tobias Dombrowa, Dorian Ceviz, Ayodele Max Adetula 1.FC Lok































