45 Zuschauer fanden am Samstagmittag bei strahlendem Sonnenschein den Weg ins altehrwürdige Stadion am Quenz in Brandenburg/Havel. Im Spitzenspiel der A-Junioren-Brandenburgliga traf die zweitplatzierte FSV-Elf auf den FC Stahl Brandenburg, der mit 3 Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze grüßt. 

Auf dem schwer bespielbaren Nebenplatz bemühte sich der Tabellenführer aus der Havelstadt sein technisch anspruchsvolles Spiel aufzuziehen, scheiterte jedoch spätestens an der gut sortierten FSV-Defensive um Abwehrchef und Geburtstagskind Niklas Hake. Die FSV-Youngster wollten nach 2 Niederlagen in Folge zurück in die Erfolgsspur und versuchten nach Ballgewinnen schnell vor das Tor des FC Stahl zu kommen, scheiterten in der Anfangsphase des Spiels aber an der eigenen Präzision oder der ebenfalls gut aufgelegten Stahl-Hintermannschaft.

Abseitsstellung verhindert Führung

Nach dem ersten Abtasten ohne zwingende Torchance folgte in der 20. Minute der erste Aufreger des Spiels. FSV-Schlussmann Reetz konnte eine Brandenburger Hereingabe erst im Nachfassen sichern, ließ den Ball jedoch nach einem Rempler aus den Händen gleiten. Mit vereinten Kräften gelang es der FSV-Abwehr ein Gegentor zu verhindern.

Das Spiel nahm Fahrt auf und entwickelte sich zu einer hart umkämpften Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Als der Ball nach einer guten halben Stunde im Netz der Brandenburger lag war der Jubel beim mitgereisten FSV-Anhang groß. Andy Obrutsch lupfte den Ball nach einer abgewehrten FSV-Ecke über die herausrückenden Stahl-Spieler, an Freund und Feind vorbei ging er seinem eigenen Zuspiel nach und verwandelte aus spitzem Winkel zum vermeintlichen 1:0. Das nicht immer souverän agierende Schiedsrichtergespann erkannte den Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung jedoch wieder ab. Mit diesem Schock in den Knochen konnte der Nachwuchs der Kreisstädter fünf Minuten später von Glück sprechen, dass eine scharfe Hereingabe kurz vor dem einschussbereiten Stahl-Stürmer versprang und dieser verzog. So ging es mit je einer klaren Möglichkeit auf beiden Seiten in die Kabinen.

Zweite Hälfte

Nach der Halbzeitpause kam die FSV-Elf unverändert aus der Kabine jedoch mit dem ausgegebenen Ziel, mehr aus ihren Ballgewinnen zu machen und sich das Leben auf dem immer holpriger werdenden Platz nicht unnötig schwer zu machen. Den Zuschauern zeigte sich in weiten Teilen das aus der ersten Hälfte gewohnte Bild. Beide Mannschaften hatten ihre Probleme, ihre spielerische Qualität zu zeigen, wobei es dem Tabellenführer aus Brandenburg/Havel Anfang der zweiten Hälfte besser gelang, mit ihren gradlinigen Kombinationen vor das Luckenwalder Tor zu kommen. So strich kurz nach Wiederanpfiff ein Schuss nur knapp am Tor der FSV-Jugend vorbei. Mit zunehmender Spielzeit erhitzten sich die Gemüter auf dem Platz immer mehr und es entwickelte sich ein zerfahrenes, von vielen Foulspielen und Nickligkeiten geprägtes Spitzenspiel. Die einzige FSV-Chance in der zweiten Halbzeit hatte Mohamed Alo, sein Kopfball in der 65. Minute verfehlte jedoch das Tor des FC Stahl knapp. Leider gelang es dem Schiedsrichter in der Schlussphase nicht, die aufgeheizte Stimmung durch eine klare Linie zu beruhigen. Mit viel Willen und Kampfkraft verteidigte der FSV-Nachwuchs den Punktgewinn beim Tabellenführer und sollte nur noch einmal Zittern müssen, als eine hohe Hereingabe von der Mittellinie länger und länger wurde und schließlich hinter dem FSV-Tor ins Fangnetz einschlug. Das mit dem Fangnetz verbundene Tornetz wackelte, Stahl-Anhang und -Mannschaft brachen in kollektiven Jubel über das vermeintlich spielentscheidende Tor aus, mussten jedoch schnell feststellen, dass der Ball nicht im Tor gelandet war.

Hitzige Szenen kurz vor Schluss

Einen negativen Höhepunkt hatte dieses Spitzenspiel dann doch noch parat. Mit letzter Kraft konnte ein FSV-Akteur den durchstartenden Stahl-Spieler nur noch unfair am Weiterlaufen hindern, die Emotionen kochten hoch und in einer unübersichtliche Rudelbildung ließ sich der FSV-Spieler zu einer klaren Tätlichkeit hinreißen, die der Schiedsrichter folgerichtig mit der roten Karte ahndete und auch einen beteiligten Stahl-Spieler des Feldes verwies.

FSV-Coach Schlesing, sowie Stahl-Trainer Bauer bemängelten nach Schlusspfiff lautstark die zweifelhafte Spielleitung des Unparteiischen. Gleichwohl stellte der FSV-Trainer fest: „In hitzigen Spielen gelingt es leider nicht allen Spielern einen kühlen Kopf zu bewahren und wir mussten eine unschöne Tätlichkeit sehen. Darüber wird mit der Mannschaft noch gesprochen. Spielerisch haben wir heute zu wenig aus den Umschaltsituationen gemacht, Stahl hatte die klareren Kombinationen. Kämpferisch und vom Willen war es eine gute Leistung. Letztendlich geht das Unentschieden in Ordnung, da sich beide Mannschaften nur wenige Chancen herausspielen konnten.“

Die Tabellensituation bleibt nach dem torlosen Remis unverändert. Die FSV-U19 bleibt erster Verfolger des Spitzenreiters und hat 3 Punkte Rückstand auf den FC Stahl Brandenburg.

Am kommenden Wochenende trifft der FSV auf den BSC Preußen 07. Anstoß ist um 11:00 Uhr im Ernst-Kloß-Stadion.

FSV 63: Reetz – Kleiner, Hake, Richter – Demgensky (81. Alhassan), Kerstein, Obrutsch, Nwatu, Wallmann (69. Ukrow) – Tietz, Alo (75. Labes) 

Christian Schlesing

Danke an Maik Möckel für die Bilder des Spiels.

andere Artikel

1.MännerSpielbericht
Verein