Hertha BSC U23 – FSV 63 Luckenwalde 0:1 (0:1)
Eigentlich galt der Klassenerhalt des FSV 63 bereits vor dem Donnerstagabendspiel bei den stets schwer einzuschätzenden Hertha-Bubis als gesichert. Eigentlich! Denn nach dem späten Gegentor des FSV Zwickau vier Tage zuvor im Seele begann schon wieder die Rechnerei. Theoretisch hätten noch alle Teams bis Rang 16 bei drei ausstehenden Saisonspielen an den Luckenwaldern vorbei ziehen können.
Aber seit dem 30. April gegen 20:50 Uhr hat die Rechnerei ein Ende und der sechste Regionalliga-Klassenerhalt des FSV 63 in Folge, der neunte der Vereinsgeschichte stand fest.
Matthew Meier bereitet vor
Die Herthaner hatten die erste nennenswerte Offensivaktion. Der dribbelstarke Selim Telib, einziger Torschütze des Hinspiels im November des vergangenen Jahres, konnte nicht entscheidend gestellt werden, scheiterte mit seinem Abschluss aus 18 Metern aber am aufmerksamen Kevin Tittel im FSV-Tor (6.).
Auf der anderen Seite blieben auch die Gäste nichts schuldig. Fabio Schneider, der immer wieder bemüht ist, das Spiel seiner Mannschaft in geordnete Bahnen zu lenken, bediente mittels Diagonalpass den rechts gestarteten Matthew Meier. Der dribbelfreudige FSV-Kicker, der sich mit auffälligen Vorstellungen in den letzten Wochen in die Stammelf gespielt hat, düpierte unmittelbar vor der Eckfahne seinen Widerpart Tim Hoffmann, zog unaufahaltsam an der Grundlie in den Hertha-Strafraum um abschließend klug ins Zentrum zu passen. Da Tim Schleinitz sträflich frei einlaufen durfte, hatte der junge, wieder recht auffällige Mittelfeldspieler keine Mühe aus etwa acht Metern zu vollenden -0:1 (14.).




Auch der andere Außenbahnspieler Len Neumann trat in der 19. Minute in Erscheinung. Bei seinem aufsetzenden Distanzschuss sah Hertha-Schlussmann Tim Goller nicht gut aus, konnte das Leder aber beim zweiten Zupacken unter Kontrolle bringen.

Druckphase von Hertha überstehen
Dann übernahmen mit zunehmender Spielzeit die Herthaner das Geschehen und hätten sich bei einer Vielzahl von Chancen durchaus den Ausgleich verdient. Nach einem Konter über den linken Flügel bediente Joel Richter den auffälligen zentral mitgelaufenen Shalva Ogbaidze. Dessen Schlenzer von der Strafraumgrenze strich jedoch haarscharf am rechten Pfosten vorbei (39.). Routinier und Kapitän der jungen Hertha-Reserve Anis Ben-Hatira, Mitte der ersten Halbzeit zunehmend auf dem linken Flügel agierend, rückte während dieser Schlussoffensive seiner Mannschaft immer häufiger mit gelungenen Aktionen in den Mittelpunkt. So leitete er mittels Flanke von links eine weitere brenzlige Situation vor dem Tittel-Kasten ein. Die Kopfballabwehr Tim Schleinitz` landete genau vor den Füßen des zentral postierten Ogbaidze. Doch dessen Volleyschuß aus etwa zwölf Metern strich knapp über das FSV-Gehäuse (45.+2).
Zahlreiche Chancen liegengelassen
Nach der Pause übernahmen dann zunächst wieder die Braune-Schützlinge das Zepter und hätten früh die Führung ausbauen können. Nach weitem Freistoß Jonas Kühns in den Hertha-Strafraum tankte sich Simon Gollnack in unnachahmlicher Art in Richtung Goller-Tor. Mit Glück prallte das Leder auf den erst nach der Pause eingewechselten, zentral postierten Niklas Kaus. Mit etwas mehr Schussglück und Genauigkeit beim Abschluss hätte das Leder bei dessen Abschluss aus zehn Metern auch auf der anderen Seite des Pfosten im Tornetz der Herthaner zappeln können (47.). Danach bekam auch Tim Maciejweski zwei Möglichkeiten um sein Torkonto weiter aufzubessern. Nach Ballgewinn Len Neumanns setzte sich der agile Luckenwalder Offensivakteur auf dem rechten Flügel durch, verfehlte mit seinem Abschluß aus spitzem Winkel aber deutlich (49.).
Als die hoch pressenden Gäste in der 56. Minute Janne Berner noch in der Hertha-Hälfte zum Fehlabspiel zwangen, bediente Tim Schleinitz den zentral gestarteten Maciejewski. Dessen Abschluss vor Keeper Goller war zwar raffiniert gedacht, stellte den jungen Hertha-Schlußmann aber vor keine Probleme (56.).




Erkenntnis Klassenerhalt kurz vor 21 Uhr
In der letzten halben Stunde setzten die Herthaner ihre Gäste wieder deutlich stärker unter Druck. Doch entweder scheiterten sie an ihrer Abschlussschwäche oder Kevin Tittel präsentierte sich als aufmerksamer und sicherer Rückhalt seiner Mannschaft.
Michael Braune machte seiner Mannschaft nach dem Spiel ein Kompliment. Obwohl seine Kicker nach einer langen Saison regelrecht „auf dem Zahnfleisch laufen“, haben alle Akteure mit viel Einsatz die knappe Führung verteidigt und letztlich den vorfristigen Klassenerhalt gesichert.

AUFSTELLUNG
GELBE KARTEN:
- Hertha: Ogbaidze (57.), Ajvazi (66.), Gouram (68.)
- FSV 63: –
BESTE SPIELER:
- Hertha: Shalva Ogbaidze, Anis Ben-Hatira
- FSV 63: Matthew Till Meier, Tim Schleinitz, Fabio Schneider
Bericht von Fred Krüger

































