SV Babelsberg 03 – FSV 63 Luckenwalde 2:3 (1:3)
Dieses einzige noch verbliebene Brandenburg-Derby der Regionalliga zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem FSV 63 Luckenwalde hätte ein deutlich größeres Medieninteresse verdient. Im Sendegebiet des mdr wäre man mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Fußballenthusiasten bei einem solchen Derby mit einer Liveübertragung entgegengekommen. Der RBB glänzte hingegen am Freitagabend mit Abwesenheit. Allerdings hatte man auch bei den Luckenwalder Anhängern eine größere Resonanz erwartet. Die etwa dreißig Anhänger verloren sich geradezu im Gästeblock des Karl-Liebknecht-Stadions.
Babelsberg zum Beginn spielbestimmend
Die Anfangsphase gehörte ganz klar den Platzherren. Hätten die Babelsberger auch nur die Hälfte ihrer zahlreichen hochkarätigen Chancen vollendet wäre das Spiel mit großer Wahrscheinlichkeit anders verlaufen. Bei fast jeder brenzligen Situation in der ersten Viertelstunde war SV-Sturmführer Linus Queißer beteiligt. Zumeist von Tobias Hass von rechts präzise in Szene gesetzt scheiterte er aber immer wieder am glänzend aufgelegten Florian Palmowski im FSV-Kasten. Mit viel Glück aber in einigen Situationen auch mit beeindruckender Souveränität bereinigte die vielbeinige FSV-Abwehr alle heiklen Aktionen.
FSV legt vor
Wie aus heiterem Himmel fiel dann in der 18. Minute die zu diesem Zeitpunkt überraschende Gästeführung. Fabio Schneider leitete mit klugem Querpass in den freien Raum einen Luckenwalder Konter ein. Len Neumann, dessen Entwicklung nach der Winterpause einen deutlich sichtbaren Schub erfahren hatte, schnappte sich das Leder kurz hinter der Mittellinie, zog unaufhaltsam in Richtung Babelsberger Strafraum und vollendete aus etwa zwanzig Metern flach, straff und platziert neben den rechten Pfosten – 0:1. Den aus dem eigenen Nachwuchs stammenden Luckenwalder Hoffnungsträger hatte offensichtlich niemand auf dem Zettel!





Babelsberg legt nach
Aber dieser Gegentreffer war offensichtlich auch für die Nulldreier der Dosenöffner. Als Nils Schätzle nur knapp zwei Minuten später eine Lücke erkannte und präzise auf den halbrechts gestarteten Paul Wegner passte, ließ dieser sowohl Sofiene Jannene als auch Fabio Schneider mit kurzem Haken geschickt ins Leere laufen um dann mittels platziertem Flachschuß Florian Palmowski keine Abwehrchance zu lassen – 1:1 (20.).
Die Partie nahm Fahrt auf und die Zuschauer beider Lager kamen auf ihre Kosten. So wie die Chancenvorteile und Angriffswucht der Babelsberger abnahm wuchs später die Dominanz der Gäste im Mittelfeld, was zu optischer Ausgeglichenheit und einem offenem Schlagabtausch führte.
Gast danach nicht aufzuhalten
Len Neumann war auch am zweiten FSV-Treffer in der 33. Minute beteiligt. Nach steilem Zuspiel Jonas Kühns aus der eigenen Abwehr trieb der Luckenwalder Aktivposten das Leder in die gegenerische Spielhälfte und passte auf den zentral ziemlich blank stehenden Tim Maciejewski. Die Schußstärke Maciejewskis hatten die Gastgeber trotz seiner halbjährigen Babelsberger Zugehörigkeit offensichtlich nicht mehr auf dem Zettel. So durfte der FSV-Torschütze vom Dienst recht unbedrängt aus knapp dreißig Metern satt und platziert abziehen -1:2.






Assist Len Neumann zum 1:3
Überhaupt war gerade in dieser spielentscheidenden Phase der Begegnung, bei der die Offensivreihen oft Vorteile hatten, offensichtlich, dass die Babelsberger ihren Kontrahenten vor allem im Mittelfeld erstaunlich viele Räume überließen, was wohl auch aus den Luckenwalder Vorteilen in der Laufbereitschaft resultierte. Außerdem war die hohe Effektivität des FSV 63 bei der Chancenverwertung an diesem Freitagabend im Karli mit spielentscheidend.
Der dritte Luckenwalder Treffer kurz vor dem Halbzeitpfiff war Ausdruck dessen. Erneut war Len Neumann der Vorbereiter dieses Torerfolgs, was den Kommentator im Spielbericht vom Ostsport-TV zum euphorischen Ausspruch „Jetzt beginnt die Len-Neumann-Show“ veranlasste. Dieses Mal setzte der junge FSV-Kicker noch weit in der eigenen Hälfte zum langen Dribbling an. Dabei überlief oder überspielte er er mehrere Babelsberger Kicker und bediente trotz dieses langen Solos den steil einlaufenden Mike Bachmann präzise in den Lauf. Auch der ehemalige Babelsberger Kicker, der sich gegen seinen früheren Verein ebenfalls laufstark präsentierte, vollendete souverän und problemlos – 1:3 (45.).






Babelsberg versucht alles
In der zweiten Spielhälfte mußte der Babelsberger Anhang nur knapp eine Viertelstunde warten bis Tobias Hasse den quer einlaufenden Linus Queißer mustergültig anspielte und der dann aus der Drehung zum 2:3 verkürzen konnte.
Trotz des dann folgenden fast ständigen Anrennens auf das Luckenwalder Tor gelang weder George Didoss (62.) noch Tobias Hasse in der dritten Nachspielminute bei ihren aussichtsreichen Möglichkeiten der entscheidende Treffer zum möglichen Ausgleich, der laut späterer Einschätzung Michael Braunes an diesem Abend nicht unverdient gewesen wäre.
Vorher hatten Lucas Will mit Schußversuchen von der Mittellinie gegen den weit aufgerückten SV-Torhüter Maximus Babke als auch Remo Merke mittels Schrägschuß nach Vorarbeit Niklas Kaus` sogar noch eine weitere Resultatsverbesserung aus Luckenwalder Sicht.
Was bleibt
Mit diesem erneuten Auswärtssieg in Babelsberg und damit 39 Punkten dürfen die Luckenwalder, wie es Micha Braune formulierte, nun auch einen Haken hinter ihr wichtigstes Saisonziel, den Klassenerhalt, machen.
Die verbleibenden Begegnungen gegen den FSV Zwickau am kommenden Sonntag um 14:00 Uhr im Seele und am 10.05. gegen den BFC Dynamo als auch die Auswärtsspiele bei den Hertha-Bubis am 30.04. und beim ZFC Meuselwitz am 16.05. können die FSV-Kicker nun deutlich gelassener als vor einem Jahr angehen und so vielleicht sogar noch den einen oder anderen weiteren Punkt verbuchen.
AUFSTELLUNG
GELBE KARTEN:
- SVB: Tino Schmidt (63.)
- FSV 63: Simon Gollnack (50.), Len Neumann (90.+5)
BESTE SPIELER:
- SVB: Paul Wegener, Tobias Hasse, Linus Queißer
- FSV 63: Florian Palmowski, Len Neumann, Tim Maciejewski
Bericht von Fred Krüger




































































