FSV 63 Luckenwalde – SV Blau-Weiß Zorbau 9 : 0 (3:0)

 

Auch etwas betagtere FSV-Anhänger konnten sich nicht erinnern, schon mal einen derartigen Kantersieg in einem Pflichtspiel des FSV erlebt zu haben. Letztlich durften (oder mussten) die gut 200 Besucher am Samstagnachmittag im Seelenbinder-Stadion, unter Ihnen auch eine kleine Schar Unentwegter aus Zorbau, eine Flut von Toren in einem ungleichen Duell miterleben.

FSV-Coach Jan Kistenmacher sah am Ende drei Gründe für den klaren Erfolg. Zum ersten hatte man nie den Eindruck, dass die FSV-Kicker den nach der Winterpause noch ungeschlagenen Kontrahenten unterschätzten. Ausserdem freute sich der FSV-Trainer über die hohhe Effektivität nach Standardsituationen, allein drei der ersten vier Tore fielen im Anschluss an verschiedene Freistossvarianten. Und nicht zuletzt lobte Kistenmacher, dass sein Team nun schon seit Wochen voll fokussiert mitarbeitet und sich eben auf jeden Gegner konzentriert vorbereitet. Dabei beschränkten sich die Blau-Weissen anfangs zur Überraschung einiger keineswegs nur auf ihre Defensive und versuchten anfangs sogar mitzuspielen. Das ging allerdings für die zeitweise bemitleidenswerten Gäste aber recht schnell nach hinten los.

Eröffnet wurde der Luckenwalder Torreigen in der 8.Minute im Anschluss an eine für Luckenwalder Zuschauer nicht ganz unbekannte Freistosskombination. Pascal Borowski, der sich im Mittelfeld einmal mehr als Dreh- und Angelpunkt präsentierte, spielte auf den rechts gestarteten Marcel Hadel. Dessen Eingabe schien schon geklärt. Aber schliesslich kam der Ball doch noch zu dem links vollkommen blank stehenden Maciej Kwiatkowski, der mit der ihm eigenen Gelassenheit unbedrängt zur Führung einschoss -1:0. Auch dem zweiten FSV-Treffer war eine Freistosskombination der Gastgeber vorausgegangen. Nach mehreren abgewehrten Schussversuchen durfte schliesslich Takahiro Tanio mit dem 2:0 seinen sechzehnten Saisontreffer erzielen. FSV-Treffer Nummer drei fiel schliesslich nach weiter Flanke Christian Borowskis, der den am zweiten Pfosten frei einlaufenden Christian Flath bediente, der so schliesslich zu seinem ersten Tor an diesem Nachmittag vollenden konnte.

Blau-Weiss-Trainer Maik Kunze war mit dem Defensivspiel seiner Kicker natürlich nicht einverstanden und entschied sich bereits in der 21.Minute zu einem ersten Wechsel, was aber an der Dominanz der Luckenwalder nichts änderte. Nach weiteren guten Möglichkeiten durfte Christian Flath schliesslich mit einem Freistoss aus gut zwanzig Metern flach in die  verwaiste rechte untere Torecke zum 4:0-Halbzeitstand einschiessen.

Der klare Vier-Tore-Vorsprung zur Halbzeit geriet nur einmal in der 38.Minute in Gefahr als Steve Müller im Mittelfeld der Ball versprang und die Gäste einen Konter fahren konnten. Konstantin Filatow parierte aber zweimal reaktionsschnell und hielt hinten die Null für seine Mannschaft.          In der 56.Minute nahm das Debakel für die Gäste weiter seinen Lauf. Christian Flaths Torschuss aus ca. 15 Metern wurde zwar vorerst abgeblockt. Unaufhaltsam setzte er nach und drückte das Leder schließlich mit seinem dritten Treffer zum 5:0 über die Linie.

Den sechsten Treffer bereitete Aaron Bogdan, der nach seiner Rückkehr nach der Winterpause die erwartete Bereicherung für sein Team geworden ist, mit gefühlvoller Flanke vor. Jose Raimundo Silva Magalhaes vollendete mit wuchtigem Kopfball aus Nahdistanz. Bereits in der 69.Minute war Aaron Bogdan erneut der Ausgangspunkt für den nächsten FSV-Treffer. Mit präzisem Flügelwechsel setzte er auf rechts Antonin Hennig in Szene. Dessen Zuspiel in die Tiefe nutzte Christian Flath zu seinem vierten Tagestreffer, dem er in der 84. Minute nach erneuter Vorbereitung Aaron Bogdans sogar noch Treffer Nummer fünf an diesem für ihn sicher denkwürdigen Tage folgen liess. Der Schlusspunkt zum 9:0 war schließlich Antonin Hennig vorbehalten, der eine straffe Eingabe Tim Göths problemlos über die Linie drückte.

Einziger Wermutstropfen für die Luckenwalder war die Verletzung Takahiro Tanios, der mit einem vermutlichen Muskelfaserriss einige Wochen ausfallen dürfte, zum Pokalhalbfinale am 17.April gegen Optik Rathenow aber hoffentlich wieder in alter Form zur Verfügung stehen wird.  

 

FSV 63: Filatow (ab 46. Soraru)– Hadel, Francisco, Kwiatkowski (ab 58. Koplin), Bogdan – Hennig, Müller, Borowski, Göth – Flath, Tanio (ab 36. Silva Magalhaes)

 

SR: Christoph Beblik (Berlin)

Zuschauer: 224

Tore: 1:0 (8.) Kwiatkowski, 2:0 (13.) Tanio, 3:0 (16.) Flath, 4:0 (29.) Flath, 5:0 (56.) Flath, 6:0 (63.) Silva Magalhaes, 7:0 (69.) Flath, 8:0 (84.) Flath, 9:0 (90.) Hennig

 

Gelbe Karte: Göth

Beste Spieler: Bogdan, Borowski, Flath     

Fred Krüger