BSG Wismut Gera – FSV 63 Luckenwalde 1 : 4 (1:2)

Der Vorstand des FSV 63 weilte bereits seit Samstagvormittag in Gera, um sich neben einer zweitägigen Vorstandssitzung auch die Oberligapunktspiele zwischen den zukünftigen FSV-Kontrahenten Einheit Rudolstadt und VfB Krieschow am Samstagnachmittag und natürlich das ihres FSV 63 bei der BSG Wismut Gera anzusehen.  Als man am Sonntagvormittag schon wieder tagte, rief FSV-Mannschaftsleiter-Urgestein Hans Skerstupp an, dass die Mannschaft zwar unterwegs sei, sie aber wichtiges Equipment für die Spielvorbereitung, nämlich die Musikbox für die entsprechende lautstarke Einstimmung vor dem Stadiongang, vergessen hatte. Ein Anruf aus Gera bei Sponsor und FSV-Anhänger Ronny Springer, der kurz vor dem Aufbruch in Richtung Gera war, genügte, um den zu einem kurzen Umweg über das Seelenbinder-Stadion zu bewegen. Pünktlich vor dem Anpfiff traf die Box in Gera ein und schon konnte die laustarke Motivation für das FSV-Team ihren gewohnten Lauf nehmen. Ronny Springer gebührte der dank der Mannschaft und des ganzen Vereins, hatte er doch vielleicht zu einem erfolgreichen Auftritt der Kistenmacher-Truppe in Gera beigetragen.

Mit dem Anpfiff demonstrierten die Luckenwalder ihr gegenwärtiges, in Anbetracht des erfolgreichen Starts nach der Winterpause mit souveränen Siegen gegen den Tabellendritten Inter Leipzig und den Vierten FC Eilenburg schier unermessliches Selbstvertrauen. Ja, die FSV-Kicker haben offensichtlich wirklich einen richtigen Lauf und zeigen, obwohl ihnen die BSC Chemie Leipzig in der Tabelle dicht auf den Fersen liegt, so gut wie keine Nerven. Auch in Gera warteten sie am Sonntagnachmittag bei regelrechtem Aprilwetter geduldig auf ihre Chancen und schlugen dann eiskalt zu.

Dabei lag den ca. zwanzig Luckenwalder Anhängern bereits in der 3.Minute der Torschrei auf den Lippen. Takahiro Tanio war wieder einmal blitzschnell steil gestartet, wurde aber hart an der Strafraumgrenze durch herauslaufenden Wismut-Keeper Nicolas Kriebel geblockt. Antonin Hennig erkannte die Situation und versuchte aus gut zwanzig Metern das verwaiste Wismut-Tor zu treffen, verfehlte aber denkbar knapp.

Aber trotzdem ist einer der individuell starken Offensivspieler des FSV in den entscheidenden Momenten immer zur Stelle, wenn es drauf ankommt. Dieses Mal staubte Christian Flath in der 23.Minute ab, als ein platzierter Flachschuß des gedanklich schnell agierenden Takahiro Tanio nur am Pfosten landete. Die Geraer Abwehrspieler hatten offensichtlich ihre Defensivarbeit eingestellt, nicht so der Torschütze, der den zurückspringenden Ball problemlos über die Linie drückte -0:1. Aber sporadisch demonstrierten die Thüringer dennoch auch schon vor dem Seitenwechsel, dass sie nicht zu Unrecht in der oberen Tabellenhälfte platziert sind. Ihr Ausgleich, den Torjäger Jegor Jagupov nach weitem Zuspiel in die Spitze und geschickter Ballmitnahme besorgte, war sehenswert. Tobias Francisco hatte dem Wismut-Angreifer im Bestreben keinen Strafstoß zu verursachen, zu viel Platz gelassen. Gegen den platzierten Schrägschuss hatte Konstantin Filatow keine Chance -1:1.

Doch fast im Gegenzug schlug Tanio schon wieder zu und vollendete mit trockenem platzierten Abschluß von der Strafraumgrenze. Dieses Mal war Christian Flath der Vorbereiter.Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber um effektivere Offensivaktionen bemüht und brachten die Luckenwalder Hintermannschaft durchaus das eine oder andere Mal in Verlegenheit. In den ersten zwanzig Minuten nach dem Pausentee hatten sie durchaus Möglichkeiten um auszugleichen. Die größte Möglichkeit hatte erneut Jegor Jagupov in der 60.Minute. Allerdings gelang es dem nach Eingabe von rechts nicht, den Ball aus Nahdistanz über die Torlinie zu drücken. Überhastet spielte er das Leder nur zurück in die Arme des am kurzen Pfosten stehenden Konstantin Filatow. Wenn es am Spiel der Kistenmacher-Truppe an diesem Sonntagnachmittag zu kritisieren gab, dann das teilweise Durcheinander in dieser Phase nach der Pause.

Als dann aber erneut Christian Flath in der 72.Minute nach überraschendem Zuspiel Marcel Hadels seine individuelle Klasse zum wiederholten Male demonstrierte und zunächst einen Gegenspieler im Strafraum ins Leere laufen liess um dann Wismut-Torhüter Kriebel mit trockenem Schrägschuss aus zwölf Metern zu überwinden, sorgte er eigentlich schon für eine Vorentscheidung. Denn danach gab es eigentlich nur noch FSV- Chancen. Nach weiteren guten Möglichkeiten für Tanio blieb es schließlich dem laufstark agierenden Tim Göth in der Nachspielzeit vorbehalten, mit straffem Schrägschuss den Endstand zu einem weiteren verdienten  FSV-Sieg zu besorgen.

 

FSV 63: Filatow – Hadel, Francisco, Budde, Bogdan – Hennig (ab 88. J.Schmidt), Müller (ab 83. Silva), Arnold (ab 81. Koplin), Göth – Flath, Tanio

 

SR: Marek Nixdorf (Dresden)

Zuschauer: 156

 

Tore: 0:1 (23.) Flath, 1:1 (42.) Jagupov, 1:2 Tanio, 1:3 (72.) Flath, 1:4 (92.) Göth

 

Gelbe Karte: Göth

Beste Spieler: Flath, Tanio

 

Fred Krüger