FSV 63 Luckenwalde – Bischofswerdaer FV 08 2 : 0 (1:0)

Die Begegnung zwischen zwei potentiellen Abstiegskandidaten galt nach gerade mal einem Viertel der Spielserie  durchaus als richtungsweisend. Der FSV konnte bei einem Sieg immerhin den Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld herstellen. Bei einer Niederlage wäre man wieder mitten drin im potentiellen Abstiegsfeld. Entsprechend ambitioniert begann die Kistenmacher-Truppe dieses Mal. Die Führung schien in Anbetracht mehrerer hochkarätiger Chancen nur eine Frage der Zeit. Aber was die Gastgeber in dieser sehr guten Auftaktphase an guten und sehr guten Möglichkeiten versiebten, ging teilweise schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Tim Göth (4.), Till Plumpe (5.) und Lucas Vierling (7.) scheiterten gleich reihenweise am guten Lukas Kycek im Schiebock-Tor. Selbst den straffen Abschluß Daniel Beckers nach sehenswertem Konter über die Stationen Till Plumpe und Pascal Borowski machte er in überragender Manier gerade noch unschädlich.

So mußten die Luckenwalder für ihre hochverdiente Führung einen Strafstoß in Anspruch nehmen. Dino-Samuel Kurbegovic hatte Lucas Vierling nach der dritten Ecke im Strafraum festgehalten ohne daß der Ball überhaupt in der Nähe war. Der souveräne Rasmus Jessen hatte diese Aktion bemerkt und folgerichtig auf den Punkt gezeigt. Daniel Becker verwandelte den Strafstoß mittels platziertem Flachschuß -1:0 (16.).

Für ein erstes Achtungszeichen der Gäste sorgte der früher für Oberlausitz Neugersdorf agierende und im weiteren Spielverlauf recht auffällig agierende Jakub Moravec. Nach kurzem Dribbling strich sein Schrägschuß von der Strafraumgrenze am langen Pfosten vorbei (7.).  

Nach etwa dreißig Minuten gelang es den Gästen, sich etwas aus der FSV-Umklammerung zu lösen. Chancen hatten aber auch in dieser Phase nur die Gastgeber. Doch Lukas Kycek entschärfte aber weiterhin auch beste Möglichkeiten. Der zwar auffällig und laufstark aber oft auch überhastet und glücklos agierende Tim  Göth (35.) und Till Plumpe (41.) scheiterten weiterhin am Schiebock-Schlußmann.

Viele gute Möglichkeiten im zweiten Abschnitt

Die zweite Halbzeit begann wie die erste aufhörte. Tim Göth (47.), nach seiner Einwechslung Dennis Rothenstein (58.) und auch Daniel Becker (59.) scheiterten trotz guter Möglichkeiten.

Als der bis dahin ebenfalls recht auffällige Deniss Stradins sich in der 67.Minute zu einer Tätlichkeit gegen Jakob Gesien hinreißen ließ und folgerichtig rot sah, schienen die Platzherren trotz der immer noch knappen Führung erst recht auf der Siegerstraße. Ein weiterer zunächst verheißungsvoller FSV-Konter über Christian Flath, Flanke Tim Göths und Kopfball Dennis Rothensteins, den Kycek wieder mal parierte, und ein wegen Abseits Dennis Rothensteins nicht anerkanntes Tor Lucas Vierlings schienen Ausdruck dessen.

Doch vermutlich wegen dieser vergebener Chancen und der immer noch nur knappen 1:0-Führung schien die Unsicherheit in den FSV-Reihen zu wachsen und die Gäste aus der Oberlausitz nochmal die zweite Luft zu bekommen. Gerade in dieser Spielphase strahlte André Thoms im FSV-Kasten absolute Ruhe und Souveränität aus und parierte zahlreiche Distanzschüsse der Bischofswerdaer unspektakulär und sicher, was Jan Kistenmacher auch nach dem Spiel hervorhob. Beim Pfostenschuß des eingewechselten Justin Jacob wäre er aber vermutlich auch chancenlos gewesen (89.). Einen platzierten 25-Meter-Freistoß Jakub Moravec` kratzte er spektakulär aus dem Winkel (92.).

Nicht nur diese Gästechancen ließen die FSV-Anhänger den Schlußpfiff Rasmus Jessens regelrecht herbei sehnen.

Doch der diente die Nachspielzeit recht üppig aus, woraus die Kistenmacher-Truppe letztlich doch noch Kapital in Form des hochverdienten zweiten Treffers Kapital schlagen konnte.   

In der Nachspielzeit den Sack zu gemacht   

Nachdem Pascal Borowski in der fünften Nachspielminute das Leder in der gegnerischen Hälfte erkämpfte und im gegnerischen Strafraum gerade noch am erfolgversprechenden Abschluß gehindert werden konnte, erkannte schließlich Clemens Koplin die Situation am schnellstens, zog Richtung Grundlinie und paßte uneigennützig auf den zentral völlig blank stehenden Dennis Rothenstein. Der durfte schließlich vollkommen unbedrängt das Leder zum 2:0-Endstand in die Maschen jagen.

Damit befindet sich der FSV 63 nach zehn Spieltagen mit dreizehn Punkten voll im Soll und kann am kommenden Sonntag vollkommen unbelastet zum scheinbar aussichtslosen Punktspiel nach Chemnitz reisen. Aber gerade in solchen Situationen haben die Luckenwalder in der Vergangenheit häufig sehr gute Spiele gemacht und auch schon für die eine oder andere Überraschung sorgen können!  

Aufstellung vom 10. Spieltag der Regionalliga Nordost

FSV 63: Thoms – Kroh, Francisco, Misch – Gesien (ab 89. Koplin), Becker (ab 93. Tobias Göth), Vierling, Borowski  – Flath (ab 89. Rohde), Tim Göth (ab 73. Bogdan) – Plumpe (ab 46. Rothenstein) 

Bischofswerda: Kycek – Kießling, Sanin, Fluß (ab 84. Schiemann), Cermak (ab 87. Jacob) – Stradins, Kurbegovic, Stiller (ab 62. Kavalir), Prasad (ab 62. Hahn) – Moravec – Emsis (ab 46. Huenig)

SR: Rasmus Jessen (Berlin)

Zuschauer: 302

Tore: 1:0 (16.) Becker, 2:0 (90.+5.) Rothenstein

Gelbe Karten: Becker, Gesien, Kroh – Kurbegovic, Hahn, Stradins

Rote Karte: Stradins (67., Tätlichkeit)

Beste Spieler: Thoms, Francisco, Gesien – Kycek, Fluß, Moravec

Autor: Fred Krüger

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