(Saison-)Rückblick und Ausblick auf die „Zweete“ des FSV Luckenwalde

Am vergangenen Samstag im Auswärtsspiel beim SV 1919 Woltersdorf verabschiedete sich die zweite Herrenmannschaft des FSV 63 Luckenwalde nach einer langen und kräftezehrenden Saison mit einem 4:3- Erfolg in die wohlverdiente Sommerpause. Damit fand für die neuformierte Mannschaft des Trainertrios Rainer Stock, Ronny Karcher und Dennis Riedel eine ereignisreiche Saison 2018/2019 ihren erfolgreichen Abschluss. Zu Beginn der nunmehr abgelaufenen Spielzeit stand das Team vor einem gewaltigen Kaderumbruch. Während 10 Spieler gingen, stießen 13 neue zur Mannschaft von Rainer Stock hinzu, der das Traineramt zu Saisonbeginn vom langjährigen Headcoach der „Zweeten“ Ronny Karcher übernahm. Doch ganz so neu waren die meisten Spieler gar nicht. Neben 8 in den Männerbereich aufrückenden A-Juniorenspielern schlossen sich ebenso einige ehemalige FSV-Fußballer wieder der Luckenwalder Reserve an. „Eine so immense Kaderveränderung läuft nie ganz ohne Reibungsverluste. Ich finde jedoch, dass es gelungen ist, diesen Umbruch gut zu gestalten. Sicherlich ist dies auch auf die vielen erfolgreichen Spiele gerade zu Saisonbeginn zurückzuführen. Erfolg erleichtert letztlich vieles“, gibt FSV-Trainer Rainer Stock einen kleinen Einblick auf die Herausforderungen, vor der die zweite Mannschaft des FSV 63 zunächst stand. Und in der Tat war der Saisonstart äußerst vielversprechend. Nach 12 Spieltagen standen die Kreisstädter in der Landesklasse Ost hinter dem großen Aufstiegsfavoriten aus Buckow/Waldsievserdorf mit 31 Punkten auf der Habenseite auf einem beachtlichen zweiten Tabellenplatz. Mit bis dahin nur 9 Gegentoren stellte die FSV-Elf die bis dahin beste Defensive der Liga. Dass allerdings nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigte sich in den ausstehenden drei Begegnungen bis zur Winterpause. Diese wurden allesamt sehr deutlich verloren (0:3 gegen Rehfelde, 1:4 gegen Luckau, 1:4 gegen Woltersdorf).

„Es war eine Entwicklung, die sich leider abgezeichnet hat. Krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle sind das eine. Dass es bei unseren vielen jungen Spielern noch an der Konstanz in ihren Leistungen fehlt, gehört einfach dazu. Aber mangelnde Mentalität ist dann eben nicht aufzufangen“, legt Stock den Finger in die Wunde. „Dass es dann schwierig werden würde, die insgesamt tolle Hinserie zu bestätigen, war uns allen klar, zumal sich nochmals Veränderungen im Kader ergaben. Wir haben das in der Winterpause auch mit den Spielern besprochen. Leider waren sich dann dennoch nicht alle über ihre Verantwortung im Klaren“, ergänzt Stock. Nach einer in der Summe guten Rückrundenvorbereitung kamen die Stock-Schützlinge zunächst mit viel Elan aus der Winterpause. Nach einem aufgrund der vielen liegengelassen Chancen noch unbefriedigenden 1:1- Unentschieden zum Rückrundenauftakt zuhause gegen die SG Bruchmühle, folgte ein hart erkämpfter 2:1- Erfolg in Peitz. Anschließend warteten die Kreisstädter mit einer ihrer besten Saisonleistungen auf. Im Heimspiel trotzte man der mit vielen regionalliga- und oberligaerfahrenen Spielern bestückten Mannschaft des FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf ein 0:0 ab. Die FSV-Elf brachte damit dem späteren Aufsteiger in die Landesliga den einzigen Punktverlust in der Rückrunde bei. Doch die Luckenwalder konnten die guten Leistungen aus den ersten drei Rückrundenpartien nicht mit in die folgenden Begegnungen nehmen. Sehr schwache Leistungen ließen den FSV viermal in Folge den Platz nicht als Sieger verlassen. Mit den klaren Erfolgen in Müllrose (4:1) und zuhause gegen den Absteiger vom Storkower SC (3:1) schien man die Ergebnis- und Leistungskrise hinter sich gelassen zu haben. Das folgende 0:6- Debakel beim Kreisrivalen in Wünsdorf war jedoch ein katastrophaler Offenbarungseid und zugleich der Tiefpunkt der Saison. „Erstmals in meiner Trainerlaufbahn habe ich mich für die Leistung einer von mir trainierten Mannschaft geschämt“, ist Stock noch heute enttäuscht ob dem damaligen Auftritt seiner Mannen in Wünsdorf. Die Luckenwalder Oberliga-Reserve bekam aber noch einmal die Kurve. Aus den ausstehenden 5 Saisonspielen heimsten sie 10 Punkte ein und beendeten damit die Saison punktgleich mit dem Tabellendritten aus Bestensee als sowohl viertbestes Heim- als auch Auswärtsteam mit 53 Punkten und bei einem Torverhältnis von 64:53 auf eben dem vierten Tabellenplatz.

„Insgesamt können wir mit dem tabellarischen Abschneiden im ersten Jahr des eingeleiteten Umbruchs und Neuaufbaus unserer zweiten Mannschaft zufrieden sein. Die Entwicklung der jungen Spieler werden wir in der neuen Saison aber noch stärker vorantreiben müssen“, zieht Rainer Stock Bilanz auch zur seiner ersten Saison als Trainer im Männerbereich. Zugleich gibt er damit einen ersten Hinweis auf die anstehende Spielzeit 2019/2020, die für seine Spieler nach der gemeinsamen Abschlussfahrt am kommenden Wochenende nach Hamburg mit dem Trainingsauftakt am 18. Juli beginnt. Erneut werden mit Marvin Dann, Benedict Pienz, Philipp Helf und Maximilian Abraham vier aktuelle A- Juniorenspieler zur zweiten Mannschaft stoßen. „Wir sind sehr froh, dass sie weiter bei uns bleiben. Nur so können und werden wir als zweite Mannschaft in diesem mittlerweile von Geld durchdrungenem Amateurfußball bestehen. Umso mehr sind wir erfreut darüber, dass zwanzigjährige Spieler, die von anderen Vereinen 150 Euro und mehr pro Monat geboten bekommen haben, in der kommenden Saison weiterhin bei uns spielen werden. Es ist toll, dass es noch junge Spieler gibt, die Werte wie Vereinstreue verkörpern. Darauf sind wir im Verein alle sehr stolz“, sieht Stock die Entwicklungen des Amateurfußballs kritisch und ergänzt: „Wenn die Dominanz von Geld weiter so zunimmt, verliert der Fußball perspektivisch auf Amateurebene nicht nur seine Glaubwürdigkeit, sondern ebenso seine Identität.“ 

Neben den eigenen A-Junioren freut sich die FSV-Reserve mit Andy Grodofzig auf einen Rückkehrer. Er war zuletzt beim MTV Wünsdorf aktiv. Berufs- und studienbedingt werden allerdings auch eine Reihe von Spielern die Luckenwalder verlassen. „Wir bedauern sehr, dass die Spieler nicht bei uns weitermachen können. Unsere Planungen im Trainerteam waren andere, aber Arbeit und Studium lassen eine andere Entscheidung nicht zu“, erläutert der FSV-Coach. Zugleich macht er deutlich, dass bereits während der abgelaufenen Saison vollzogene Trennungen von Spielern eher zu verschmerzen waren, als es die aktuellen sind.

Im Rahmen der Vorbereitung auf die kommende Saison sind drei Testspiele angesetzt. Gespielt wird

am 21.07. zuhause gegen die U19 vom SV Babelsberg 03 (Regionalliga Nord/Ost),

am 29.07. bei Fortuna Babelsberg (Landesliga Nord)

am 03.08. zuhause gegen die Potsdamer Kickers (Landesklasse West).

Hinzu kommt am 11. August die erste Runde im Kreispokal. „Wir werden am Tag vor dem Pokalspiel noch trainieren und die Begegnung im Kreispokal als weiteres Vorbereitungsspiel nutzen“, erklärt Stock.

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