AOK-Landespokal Viertelfinale | FSV 63 Luckenwalde - FC Energie Cottbus 2:1 (1:0)
AOK-Landespokal Viertelfinale | FSV 63 Luckenwalde – FC Energie Cottbus 2:1 (1:0)

FSV 63 Luckenwalde – FC Energie Cottbus 2 : 1 (1:0)

Die Luckenwalder hatten seiner Zeit die Auslosung für dieses Pokalviertelfinale mit Fassung getragen. „Wir wollten eigentlich erst im Finale auf die Cottbuser treffen.“ Doch chancenlos sah man sich im FSV-Lager in diesem Duell „David gegen Goliath“, wie es FSV-Coach Jan Kistenmacher formuliert hatte, keineswegs. Ein klein wenig hatte der Trainer des Oberligaspitzenreiters, wie er nach dem Spiel aus dem Nähkästchen plauderte, vor diesem Pokalfight in die psychologische Trickkiste gegriffen und seine Kicker, wie sich später herausstellen sollte, offensichtlich hervorragend eingestellt. Die mit einer ihrer besten Saisonleistung aufwartenden FSV-Akteure erstarrten keineswegs in Ehrfurcht und setzten neben bedingungsloser Einsatzbereitschaft bald auch spielerische Akzente.

Ein erstes Beispiel dafür lieferten die Gastgeber mit dem frühen Führungstor. Aaron Bogdan setzte nach Ballverlust in der gegnerischen Hälfte sofort Energie-Routinier Jonas Zickert unter Druck und konnte so das Leder zurück erkämpfen. Torjäger Frank Rohde befand sich danach eigentlich schon in aussichtsreicher Schußposition, übersah aber auch nicht seinen besser postierten Mitspieler. Nils Gottschick, der sich bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in der 55.Minute in hervorragender Spiellaune befand, nahm von der Strafraumgrenze genau Maß und konnte so Energie-Schlußmann Toni Stahl mit platziertem Flachschuß ins linke Eck ein erstes Mal an diesem Tag überwinden -1:0.


Frühe Führung seitens der Luckenwalder

Nach der FSV-Führung waren die meisten der gut 1100 Zuschauer, unter ihnen knapp die Hälfte aus dem Cottbuser Lager, im Seelenbinder-Stadion doch einigermaßen überrascht, wie wenig sich die zwar junge aber doch klar favorisierte Energie-Elf einfallen ließ. Die Gäste kamen zwar zu der einen oder anderen Möglichkeit. In Verlegenheit brachte sie die Luckenwalder Defensive aber kaum. Ein Kopfball Moritz Broschinskis nach Flanke Felix Brügmanns in der 27.Minute und ein Schrägschuß Brügmanns nur wenig später waren zunächst noch die besten Energie-Chancen. Auf der anderen Seite hatte Tobias Francisco nach einem Freistoß des geschickt das FSV-Spiel dirigierenden Daniel Becker den Ausbau der Führung auf dem Kopf (31.). Frank Rohde setzte in der 36 Minute zum gekonnten Seitfallzieher an, stand aber im Abseits.

Vor dem Pausentee mußten die FSV-Anhänger dann noch einmal Luft anhalten. Im Anschluß an die erste FSV-Ecke starteten die Gäste einen Konter. Dabei war es wichtig, daß der kompromißlos klärende Aaron Bogdan im Laufduell gegen den ebenso pfeilschnellen Ben Florian Meyer einen Tick eher am Ball war. Überhaupt zählte Bogdan zu den Auffälligsten in einem guten FSV-Team.

Pressekonferenz vom AOK-Landespokal Viertelfinale

Fußballfest im Seelenbinder Stadion

Bald nach dem Seitenwechsel legten die Kistenmacher-Schützlinge noch einmal nach und demonstrierten ihrem begeisterten Anhang einen schulbuchmäßigen Angriff. Tobias Francisco hatte sich ins Angriffsspiel seiner Elf eingeschaltet und spielte dem links gestarteten und abermals ganz stark agierenden Pascal Borowski präzise in den Lauf. Dessen gefühlvolle Flanke köpfte Torjäger Frank Rohde vollkommen unbedrängt wuchtig zum 2:0 in die Maschen (50.).

Wenig später folgte dann die verletzungsbedingte Auswechslung Nils Gottschicks, wodurch das Luckenwalder Angriffsspiel etwas ins Stottern geriet. Es war ja eigentlich auch klar, dass sich die der favorisierte Regionalligist noch lange nicht geschlagen geben  konnte und wollte. Spätestens nach dem Anschlußtreffer durch Routinier Dimitar Rangelov, der nach einem Freistoß vom rechten Flügel bereits in der 63.Minute völlig unbedrängt und direkt aus ca. elf Metern vollenden konnte, war dann auch noch Spannung und am Ende auch noch etwas Dramatik im Spiel. Immerhin war ja noch fast eine halbe Stunde zu spielen.


Aufopferungsvoll kämpfenden Luckenwalder

FSV-Keeper Nikolas Tix stand zwar nicht oft im Mittelpunkt, war aber stets auf der Höhe, wenn er gefragt war. Lediglich in der 67.Minute mußte er einen tückischen Distanzschuß prallen lassen. Da der nachsetzende Ben Florian Meyer das Leder aber deutlich über das Tor jagte, blieb es bei der knappen FSV-Führung. Energie bestimmte jetzt das Spiel. Aber die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber stemmten sich vehement gegen den Ausgleich und ließen eigentlich keine nennenswerten Gästechancen mehr zu.

Am Ende sehnten sich die an ihre Grenzen gegangenen FSV-Kicker zwar nach dem Schlußpfiff des souverän agierenden Schieris Burghardt. Nach den vier Minuten Nachspielzeit stand dann aber der verdiente Einzug des FSV 63 in das Halbfinale des AOK-Landespokals vor dem begeisterten Luckenwalder Publikum endlich fest. Das Werner-Seelenbinder-Stadion hatte einmal mehr ein Fussbalfest erlebt.


FSV 63: Tix – Hadel, Budde, Francisco, Bogdan – Gottschick (ab 55. Silva Magalhaes), Becker (ab 86. Arnold), Vierling, Borowski – Flath (ab 90. Koplin), Rohde

Energie: Stahl – Borgmann, Zickert, Koch, Meyer (ab 78. Raak) – Broschinski (ab 55. Yildirim), Geisler (ab 55. Beyazit), Bektic, Brügmann – Rangelov, Taz 

SR: Felix Burghardt (Premnitz)

Zuschauer: 1103

Tore: 1:0 (11.) Gottschick, 2:0 (50.) Rohde, 2:1 (63.) Rangelov

Gelbe Karten: Francisco, Borowski

Beste Spieler: Bogdan, Becker, Gottschick – Bektic, Rangelov

Fred Krüger

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