BSG Chemie Leipzig – FSV 63 Luckenwalde 2 : 2 (0:1)

Der Bedeutung des Spiels angemessen, immerhin kämpften der Erste gegen den Zweiten um eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf, war der Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig erstmals in dieser Saison ausverkauft. So etwa zwanzig, dreissig FSV-Anhänger wollten sich dieses Duell nicht entgehen lassen und traten ebenfalls den Weg in die Messestadt an. Sie dürften die etwa 150 km nicht bereut haben, kam doch ihre Mannschaft offensichtlich mit dem Druck durch die imposante Kulisse besser zurecht als ihre Kontrahenten. Bestes Beispiel für die Nervosität bei den Chemikern war ein katastrophales Fehlabspiel von Chemie-Keeper Julien Latendresse-Levesqu in die Füße Takahiro Tanios bereits in der 7.Minute. Der kleine Japaner zog sofort in Richtung Chemie-Tor, fand beim Abschluß aber im Leipziger Schlußmann doch noch seinen Meister. Als Tanio dann aber in der 32.Minute mit seinem Grundliniendurchbruch die Gästeführung einleitete, war ganz kurz Ruhe im Stadionrund. Daniel Becker hatte den Ball geschickt passieren lassen, so dass Pascal Borowski mit  viel Übersicht platziert einschiessen konnte -0:1. Danach stand die imposante Kulisse aber wieder wie eine Eins hinter ihrer Mannschaft. 

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Wer weiss, ob Chemie aus dem Spiel heraus überhaupt zu einem Erfolg aus dem Spiel heraus gekommen wäre. So aber war Alexander Bury in der 63.Minute clever genug, eine leichte Berührung von Antonin Hennig zu einem vermeintlichen Foulspiel zu nutzen. Der mehrmals scheinbar von der Kulisse ebenfalls beeindruckte junge Schieri Lorenz zeigte nicht zu Unrecht sofort auf den Punkt. Das Blatt schien sich vollends zugunsten der Gastgeber zu wenden, als Pascal Borowski nach klarem Foulspiel an Manuel Wajer im Mittelfeld die rote Karte sah. Dass Christian Flath kurz zuvor im Vorwärtsgang mehrmals freistosswürdig attackiert worden war, interessierte natürlich fast niemanden auf den Rängen. Entsprechendes Eingreifen durch den Unparteiischen hätte aber die Situation, die zur nicht unberechtigten roten Karte führte, gar nicht erst entstehen lassen. Aber die FSV-Kicker stellten sich auch dieser neuen Situation. Was blieb ihnen auch weiter übrig?                                                                                                                                       Dass die Kistenmacher-Truppe dann selbst in Unterzahl nach einem weiten Freistoss Daniel Beckers erneut in Führung gehen konnte, hatte bestimmt niemand unter den ca. 5000 Zuschauern im Kunze-Sportpark für möglich gehalten. Aber so durfte Maciej Kwiatkowski per Kopf auf den ebenfalls per Kopf erfolgreichen Christian Flath ablegen. Für Lattendresse-Levesqu unerreichbar senkte sich das Leder zum 1:2 ins Chemie-Tor. 

Mit viel Glück aber auch großem Willen nutzten die Leipziger dann kurz vor dem Schlußpfiff eine unübersichtliche Situation vor dem FSV-Tor. Nach weitem Flugball war der kurz zuvor eingewechselte Max Keßler wohl auch beteiligt, letztlich sprang das Leder aber wohl vom Rücken Maciej Kwiatkowskis oder Aaron Bogdans ins FSV-Tor, so dass die Chemie-Elf schliesslich doch noch ein schmeichelhaftes Remis bejubeln durften.                                                                                                                                       

Doch unabhängig, wie dieses Ergebnis nun zustande kam, haben die Leutzscher dadurch nunmehr alle Trümpfe in der Hand, den Aufstieg aus eigener Kraft zu erzwingen. Die Luckenwalder durften aber in Anbetracht der Leistung im Leutzscher Hexenkessel erhobenen Hauptes den Platz verlassen. Jan Kistenmacher betonte in der Pressekonferenz zurecht, dass er seine Mannschaft auch in dieser Auseinandersetzung besser gesehen hat als die des Kontrahenten und dass er stolz auf seine Spieler sei. Er versäumte es aber auch nicht, den Leipzigern alles Gute für die restlichen drei Saisonspiele zu wünschen, betonte aber auch, dass sein Team das nötige dazu beitragen wird, die Spannung im Aufstiegskampf weiter hoch zu halten und da zu sein, falls Chemie doch nochmal schwächeln sollte.                        

FSV 63: Konstantin Filatow – Marcel Hadel, Tobias Francisco, Maciej Kwiatkowski, Clemens Koplin (ab 92. Steve Müller) – Konstantin Hennig, Christian Flath, Pascal Borowski, Denys Repetylo (ab 86. Aaron Bogdan) – Daniel Becker (ab 78. Jonas Arnold) – Takahiro Tanio

SR: Richard Lorenz (Bad Langensalza)

Zuschauer: 4.999

Tore: 0:1 (32.) Pascal Borowski, 1:1 (63. Foulstrafstoss) Kai Druschky, 1:2 (76.) Christian Flath, 2:2 (89. Eigentor) Maciej Kwiatkowski oder Aaron Bogdan

Gelbe Karte: Christian Flath

Rote Karte: Pascal Borowski (73. – grobes Foulspiel)

Beste Spieler: Maciej Kwiatkowski, Pascal Borowski, Takahiro Tanio                                                                                                                             

Fred Krüger