FSV 63 Luckenwalde – BFC Dynamo 2 : 5 (0:3)

Nach der deutlichen und verdienten 0:3-Niederlage unter der Woche in Leipzig beim 1.FC Lok gab es nur wenige Optimisten im FSV-Lager, die mit einem Punkt gegen den Favoriten aus der Hauptstadt rechneten. Gehofft darauf hatten indes viele. Aber die wurden gegen eine von Beginn an hoch konzentrierte und top-fit wirkende BFC-Elf all zu schnell eines besseren belehrt.

Drückende Überlegenheit in der 1. Halbzeit

Die Gäste diktierten und dominierten das Spiel sofort mit dem Anpfiff. Tore des BFC schienen in Anbetracht der offensichtlichen körperlichen Überlegenheit und daraus resultierenden besseren geistigen Frische der Hauptstädter wirklich nur eine Frage der Zeit.

Vor dem frühen ersten Tor hatte Benjamin Förster schon die Führung auf dem Fuß und spitzelte das Leder auch an Keeper Andre Thoms vorbei (9.). Doch noch konnte die FSV-Defensive den frühen Rückstand verhindern.

Pascal Borowski, in den FSV-Reihen einer der wenigen, die auch hin und wieder offensive Akzente setzen konnten, durfte nach 14 Minuten BFC-Keeper Kevin Sommer erstmals mittels straffem Schrägschuß prüfen, was den jedoch vor keine Probleme stellte.

Die verdiente Gästeführung besorgte dann der pfeilschnelle und an diesem Tag glänzend aufgelegte Rückkehrer Matthias Steinborn (vom 1.FC Lok) mit trockenem Schuß ins kurze Torwarteck -0:1 (16.). Nicht nur FSV-Schlußmann Andre Thoms, sonst ein sicherer Rückhalt für sein Team, hatte nicht seinen besten Tag erwischt.

Der BFC blieb weiter am Drücker und drückte der Begegnung seinen Stempel auf. Aaron Bogdan, der seinen unmittelbaren Gegenspieler Matthias Steinborn kaum in den Griff bekam, hatte dem Antritt Steinborns unmittelbar vor dessen zweiten Gegentreffer nichts entgegenzusetzen. Der gewann das Laufduell nach Steilpaß über die immer wieder weit aufrückende Defensive der Gastgeber in der 21.Minute und überwand Andre Thoms mit trockenem Schuß zum zweiten Mal -0:2.

Lupenreiner Hattrick von Steinborn

Bei den Gastgebern trauerte man später einer Riesenmöglichkeit des dieses Mal in die Startformation gerückten Dennis Rothensteins nach. Dieser hatte nach glänzender Vorarbeit Pascal Borowskis das Leder freistehend über das Gebälk gejagt und so die Chance zum Anschlusstreffer und damit vielleicht zu einer kleinen Wende im weiterhin ungleichen Duell vergeben. So durfte Goalgetter Steinborn schließlich in der 35. Minute einen lupenreinen Hattrick bejubeln. Benjamin Förster hatte ihn geschickt auf halbrechts angespielt, wo er aus zwölf Metern mittels sattem Volleyschuß Andre Thoms keine Abwehrchance ließ -0:3. Damit war eigentlich eine Vorentscheidung bereits vor dem Pausentee gefallen.

Rückkehr ins Spiel

Erst recht nach Benjamin Försters frühem 0:4, das er im Anschluß an die fünfte BFC-Ecke und einem Hinterhaltsschuß mittels Abstauber unmittelbar vor Thoms besorgte, gab niemand mehr einen Pfifferling auf die Kistenmacher-Truppe. Wer sollte bei den harmlos wirkenden Luckenwaldern an diesem Tag überhaupt für zählbare Erfolge sorgen?

Die Antwort darauf gab nur wenig später Pascal Borowski. Unwiderstehlich setzte der sich zentral gegen gleich drei Gegenspieler durch und vollendete dann auch noch kaltschnäuzig – 1:4 (52.).

Waren die Gastgeber damit etwa wieder im Spiel? Spätestens nach dem nächsten FSV-Treffer zum 2:4 durch Dennis Rothenstein, die Vorarbeit leistete Christian Flath, keimte Hoffnung auf den FSV-Rängen und offensichtlich auch bei den FSV-Kickern.

Unverständliche Wechsel

Doch in dieser besten Phase im Spiel des FSV durften die Luckenwalder Anhänger keine weiteren zählbaren Erfolge bejubeln, erst recht nicht als mit Pascal Borowski und Daniel Becker die beiden auffälligsten Offensivkräfte der Platzherren aus welchen Gründen auch immer und zum Unverständnis vieler Zuschauer ausgewechselt wurden.

Spätestens mit dem fünften BFC-Treffer durch einen Kopfball Benjamin Försters aus Nahdistanz nach präziser Flanke Brummes war der Drops gelutscht und die abgezockten BFC-Akteure brachten die alles in allem verdiente Drei-Tore-Führung über die Zeit.

In Luckenwalde ist die Anfangseuphorie nach den beiden Auftaktsiegen gegen Halberstadt und in Babelsberg verflogen. Der FSV als Aufsteiger ist im eigentlich zu erwartenden Regionalligaalltag angekommen.

Was bringt die Zukunft?

Die Kistenmacher-Truppe wird die nötigen Punkte für das einzige Ziel Klassenerhalt gegen andere Teams erkämpfen müssen, was in Anbetracht der namenhaften Konkurrenz in den kommenden vier Spielen mit Hertha BSC, dem BAK, Jena und Chemie Leipzig für die nahe Zukunft allerdings auch nicht gerade leichter erscheint.

Vielleicht sollte sich die Mannschaft gegen derartige vermeintlich überlegene Kontrahenten erstmal mit allen Mitteln auf die Defensive konzentrieren. Sollte man so zu „dreckigen“ Punkten oder gar Siegen kommen, wird das bei den FSV-Anhängern mit ziemlicher Sicherheit akzeptiert und beklatscht werden.

Dem spielstärkeren BFC hat man am Sonntagnachmittag durch das ständige Mühen gepflegt mitzuspielen doch ziemlich in die Karten gespielt.   

FSV 63: Andre Thoms – Jakob Gesien, Peter Misch, Tobias Francisco, Aaron Bogdan (ab 60. Marcel Hadel) – Nils Gottschick (ab 60. Till Plumpe), Daniel Becker (ab 72. Tobias Göth), Lucas Vierling (ab 88. Ian Kroh), Pascal Borowski (ab 72. Tim Göth) – Christian Flath – Dennis Rothenstein 

BFC Dynamo: Kevin Sommer – Marvin Kleihs, Chris Reher, Michael Blum, Alexander Siebeck – Joey Breitfeld (ab 46. Erolind Krasniqui), Philip Schulz (ab 69. Jonas Zickert), Andreas Pollasch (ab 84. Philipp Blume), Lucas Brumme (ab 79. Tyson Richter) – Benjamin Förster, Matthias Steinborn

SR: Christopher Gaunitz (Leipzig)

Zuschauer: 750

Tore: 0:1 (16.), 0:2 (21.), 0:3 (35.) alle Mathias Steinborn, 0:4 (48.) Benjamin Förster, 1:4 (52.) Pascal Borowski, 2:4 (60.) Dennis Rothenstein, 2:5 (78.) Benjamin Förster

Gelbe Karten: P.Misch, L.Vierling, T.Francisco, Ch.Flath, – A.Pollasch, M.Kleihs

Beste Spieler: P.Misch, J.Gesien, P.Borowski – M.Steinborn, L.Brumme, Ch.Reher

Fred Krüger


Pressekonferenz zum Spiel


Vorbericht

Nach dem 3:0 am vergangenen Mittwoch bei LOK Leipzig galt es heute im heimischen Seele den Fans zu zeigen, was die Mannschaft um Trainer Jan Kistenmacher zu leisten im Stande ist.

Umso mehr muss man das vergangene Spiel auch im Kopf abhaken und sich auf die neue Partie konzentrieren. Das gelang dem FSV heute, zumindest in der ersten Halbzeit, ganz und gar nicht. Der BFC zeigte nach dem Abtasten in den Startminuten, was möglich ist, wenn man frisch aufspielt. 3 Tore durch Matthias Steinborn in der 16., 21. und 35. Minute sorgten für echtes Kopfzerbrechen!

Kurz nach der Halbzeitpause erzielte der BFC sogar noch das 4. Tor. Im Anschluss kamen die Luckenwalder zwar durch 2 Tore (52.´Borowski, 60.´Rothenstein) nahe ran und hatten auch die Chance zum 3:4, aber dann erhöhte der BFC auf den späteren Endstand 2:5.

Nun gilt es wirklich im Kopf aufzuräumen: nächsten Samstag ist Ligapause und die 3. Runde im AOK-Landespokal findet statt. Das Team reist nach Waldsieversdorf. In zwei Wochen geht es dann in der Liga weiter. Hertha BSC II empfängt den FSV am 20.09.2020 13.30 Uhr.


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