Wie alles begann

Der Einstieg in den damaligen TSV Luckenwalde wurde Carsten Müller nicht ganz so leichtgemacht. Um für den erfolgreichen Ringer 1979 eine Spielberechtigung zu erhalten, musste damals als erstes ein schriftlicher Antrag bei der SG Dynamo Luckenwalde gestellt werden. Erst durch deren Genehmigung durfte Carsten zusätzlich zum Ringen auch Fußball spielen.

Carsten Müller Anfang der 80iger Jahre
Carsten Müller Anfang der 80iger Jahre
Foto der Saison 1981/82 | Carsten (hintere Reihe 4. v.r.)
Foto der Saison 1981/82 | Carsten (hintere Reihe 4. v.r.)

Größtes persönliches und sportliches Highlight

Zwischen 1979 und 1987 wurde Carsten in der 1. Mannschaft des TSV von unserem jetzigen Ehrenpräsidenten Rüdiger Riethdorf sowie von Bernd Herbert und später von Ingo Kahlisch trainiert. Neben zahlreichen sportlichen Erfolgen war sein persönliches Highlight das FDGB-Pokalspiel am 01.05.1984 gegen die BSG Chemie Velten in Babelsberg. Trotz der knappen Niederlage (3:2) spricht er heute noch von diesem großen Ereignis.

Foto der Saison 1983/84 | Carsten Müller (hintere Reihe, 4. v.l.)
Foto der Saison 1983/84 | Carsten Müller (hintere Reihe, 4. v.l.)

1988 startet Carsten als Trainer

Von nun an tauchte sowohl in den Männer- als auch in den Juniorenmannschaften des TSV/FSV immer wieder ein Name auf: Carsten Müller.

Nachdem Ingo Kahlisch im Herbst 1987 aus dem Traineramt entlassen wurde und Bernd Herbert für die restliche Saison 1987/88 die Mannschaft trainierte, stieg Carsten in die Trainingsleitung ab 1988 bei der 1. Mannschaft ein.

Foto kurz nach der politischen Wende 1990 | Carsten Müller (mittlere Reihe 2. v.r.)
Foto kurz nach der politischen Wende 1990 | Carsten Müller (mittlere Reihe 2. v.r.)

Neben seiner größten Leidenschaft kam aber auch die Familie nicht immer zu kurz. So entschieden sich die Müllers Mitte der 90iger Jahre zum Hausbau. Carsten setzte daraufhin in der Saison 1996/97 als Trainer aus. Aber wer ihn kennt, dem war klar: lange hält er es ohne Fußball nicht aus, nach etwa einem halben Jahr stand er wieder an der Linie. 

Seine Mannschaft

Eine außergewöhnliche Beziehung hat Carsten und seine Familie zu den damaligen A-Junioren der Saison 1999/2000. Das liegt nicht nur an deren Aufstieg im Jahre 2000 aus der Landesklasse West in die Landesliga. Nein. Die Spieler dieses Jahrgänge sind Sylvia und Carsten Müller irgendwie besonders ans Herz gewachsen! Damals wie heute wird der Kontakt immer noch intensiv gepflegt. So gab es z.B. gemeinsame Weihnachtsfeiern und selbst bei Familienfeiern wurden die Spieler gern eingeladen.

 Staffelsieger der Landesliga West 1999/2000 | Carsten Müller (hintere Reihe 1. v.r.)
Staffelsieger der Landesliga West 1999/2000 | Carsten Müller (hintere Reihe 1. v.r.)

Einer seiner wichtigsten Wegbegleiter war der Jüterboger Sportlehrer Gerd Turley. Als Co-Trainer bei den A-Junioren Ende der 90iger Jahre stellte er neben Carsten die wesentlichen Weichen für den sportlichen Erfolg (siehe Bild A-Junioren Saison 2000/01, hintere Reihe 1. v.r.).

Keine Scheu vor Doppelbelastung

Wo immer ein Trainer im Verein benötigt wurde, Carsten war immer zur Stelle. 2001 z.B. betreute er Ende der Saison die 1. Mannschaft und die A-Junioren gleichzeitig.

Akribische Arbeit war damals wie heute seine Art sich voll und ganz auf sein Hobby einzulassen. Trainings- und Spielvorbereitungen macht ein Trainer heute möglichweise über Tablet und Handy. Carsten Müller pflegte und pflegt den konventionellen Weg: Karteikarten gibt es in der Sammlung von Carsten in Hülle und Fülle. Alle zeigen eins: Vorbereitung ist alles!

Trainingsvorbereitungskarten von Carsten Müller aus Saison 2000/2001

Stadtverordneter und DFB-Stützpunkttrainer

Von 2003 bis 2012, also 2. Amtszeiten lang, engagierte sich Carsten Müller auch als Stadtverordneter in Luckenwalde im Bereich Bauausschuss. Von 2004 bis 2014 begleitete Carsten Müller neben der normalen Trainertätigkeit auch das Amt eines DFB-Stützpunkttrainers. Eine weitere Leidenschaft, welche er mit voller Begeisterung und Einsatz für den Nachwuchs der Region intensiv durchführte.

Aufstieg in die Regionalliga Nordost

Wenn es noch ein weiteres Highlight in der Ära von Carsten Müller gibt, dann der Aufstieg der 1. Mannschaftvon der NOFV Oberliga Nord in die Regionalliga Nordostan der Seite von Trainerlegende Ingo Nachtigall im Jahre 2015. Im Hinspiel der entscheidenden Partie gegen den SSV Markranstädt ging man im heimischen Seele noch als Verlierer vom Platz (0:1). Beim Rückspiel am 20.06.2015 jedoch schafften sie mit ihrem Team damals die Sensation und besiegten Markranstädt mit 1:4.

Gratulation zum Aufstieg | Carsten Müller (4. v.r.)

Tätigkeit im Kleinfeld

Mitte der 2010er Jahre war seine Unterstützung auch im Kleinfeld erforderlich. Er betreute gemeinsam mit Rocco Heuer die F-Junioren. Neben dem Ligabetrieb, nahm er und sein Team an zahlreichen Einladungsturnieren und Freundschaftsspielen teil. Immer auf den vordersten Plätzen dabei, wurden die Kids, die heute mittlerweile schon C- oder D-Junioren sind, immer gefordert aber auch gefördert. Durch sein damals fast drei Jahrzehnte langes Traineramt war auch der Spagat beim Umgang mit Männern, Jugendlichen und Kindern nie ein großes Thema für ihn. Er hat für alle Altersklassen das gewisse Händchen.

F1-Junioren Saison 2015/16 Turnier in Eberswalde mit Übernachtung | Carsten Müller (hintere Reihe 1. v.r.)
F1-Junioren Saison 2015/16 Turnier in Eberswalde mit Übernachtung | Carsten Müller (hintere Reihe 1. v.r.)
Motivation der F-Junioren durch Carsten
Motivation der F-Junioren durch Carsten

HEUTE

Ja und heute, im 41. Jahr beim FSV? Da trainiert Carsten, mittlerweile 62 Jahre alt, die B-Junioren in der Brandenburgliga. In der Saison 2017/18 schaffte er den Aufstieg aus der Landesklasse Süd als Tabellenführer.

B-Junioren Saison 2017/18, Aufstieg in die Brandenburgliga
B-Junioren Saison 2017/18, Aufstieg in die Brandenburgliga

DANKE…

…lieber Carsten für Deinen unermüdlichen Einsatz für die Sportlerinnen und Sportler, die Kids und die Jugendlichen unserer Region. Du hast einen ganz wesentlichen Anteil am sportlichen Erfolg des Vereins. 

Aber nicht nur das, denn durch Deine Tätigkeit als kaufmännischer Geschäftsführer bei HEBA Wohn- und Geschäftsbau GmbH hast Du neben dem Traineramt stets beim Um- und Ausbau der Stadien unterstützend mitgewirkt und somit auch im infrastrukturellen Bereich Deine Fußabdrücke hinterlassen.

DANKE…

…liebe Sylvia für die vielen, teils sehr persönlichen Einblicke in Carstens und euer privates Leben sowie in seinen sportlichen Werdegang. Jetzt kann ich besser verstehen, wie es ist, wenn jemand eine echte Leidenschaft für Fußball hat und sich oft die Familie hinter der Begeisterung für das runde Leder anstellen musste und immer noch muss.

Ausblick

Sollte Carsten irgendwann mal in den Ruhestand gehen, dann treibt ihn noch eine Idee: ein Oldiespiel mit Fußballlegenden des TSV/FSV und aus der Region. Wir sind gespannt…!

Stefan Fiebiger

Carsten Müller – Ein Kurzsteckbrief

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